Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Dienstag, 18. Juni 2013:
Losungstext:
Du hast mir meine Klage verwandelt in einen Reigen, du hast mir den Sack der Trauer ausgezogen und mich mit Freude gegürtet.
Psalm 30,12
Lehrtext:
Als Jesus die verkrümmte Frau sah, rief er sie zu sich und sprach zu ihr: Frau, sei frei von deiner Krankheit! Und legte die Hände auf sie; und sogleich richtete sie sich auf und pries Gott.
Lukas 13,12-13

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Mediothek

Neuer Service:
Wissen welche Medien im Kirchenkreis verfügbar sind, abfragen, ob sie gerade ausgeliehen sind und vorbestellen. Das ist der neue Service, den Sie durch das Schulreferat ab sofort erhalten.

Werden Sie Mitglied, erhalten Sie einen Leserausweis und schon können Sie für kirchliche Zwecke und Unterrichtsvorbereitung Medien ausleihen.

Öffnungszeiten:
Montag - Donnertag
11.00 - 14.00 Uhr

Online Zugriff

Gemeindeamt

Wiedenhof 12b, 51545 Waldbröl, Telefon (02291) 92140, Fax (02291) 921480, E-Mail: waldbroel(at)ekir(dot)de, ev.Gemeindeamt(at)ev-kirche-waldbroel(dot)de

 

Pfarrer

Pfarrer Thomas Seibel, Oststr. 7, 51545 Waldbröl, Telefon (02291) 921420, E-Mail: thomas.seibel(at)ekir(dot)de

 

Pfarrer Jochen Gran, Wiedenhof 14, 51545 Waldbröl, Telefon (02291) 921430, Fax (02291) 7601, E-Mail: jochen.gran(at)ekir(dot)de, j.gran(at)ev-kirche-waldbroel(dot)de

 

Sonderauftrag: "Beratungsstelle für Erziehungs-, Ehe-, Familien- und Lebensfragen des Kirchekreises An der Agger" Pfarrer Matthias Schippel, Albert-Schweitzer-Weg 1, 51545 Waldbröl, Telefon (02291) 921410, E-Mail: matthias.schippel(at)ekir(dot)de, m.schippel(at)ev-kirche-waldbroel(dot)de

 

 

 

Die erste urkundliche Erwähnung der Kirchengemeinde Waldbröl findet sich in einer Besitzstandsurkunde des Cassius­stiftes aus Bonn vom 31. März 1131. 1563 wurde die Reformation durch die Grafen von Sayn-Wittgenstein eingeführt. Durch einen Herrschaftswechsel gab es von 1605 bis 1610 ein „katholisches Intermezzo“. Die Waldbröler trotzten allen Rekatholisierungsversuchen.

Evangelische Kirche Waldbröl. Foto: Thomas Seibel


Von 1631 bis 1646 folgte der zweite Versuch, Waldbröl katholisch zu machen. Die Waldbröler übten passiven Widerstand. 1646 stellten sie heimlich einen evangelischen Pfarrer aus dem Hessischen ein, während der katholische Pfarrer auf einer Dienstreise war. Bei seiner Rückkehr wurde er mit 80 Talern abgefunden. Der Religions­vergleich vom 26. April 1672 zwischen dem evangelischen Kurfürsten von Brandenburg und dem katholischen Herzog von Pfalz-Neuburg brachte die gesetzliche Anerkennung als lutherische Gemeinde Waldbröl.

Durch Mission aus Morsbach entstand ab 1701 aber wieder eine kleine katholische Gemeinde.


Gastfreundschaft trotz Tumult mit Toten
1703 gab es einen Tumult beim Versuch der Katholiken, ein Prozessionskreuz an der evangelischen Kirche zu errichten. Auf evangelischer Seite gab es Tote. Die Evangelische Kirchengemeinde wurde von der katholischen Herrschaft aus Düsseldorf zu einer hohen Geldstrafe verurteilt, die zum Bau der katholischen Kirche verwendet wurde (siehe Kasten „Das Streitkreuz in Waldbröl“).

1789 wurde die erste Orgel angeschafft.

1833 trat die Kirchengemeinde der preußischen Union bei und war damit nicht mehr lutherisch, sondern unierten Bekenntnisses.

Im November 1837 wurde das Kirchenschiff wegen Einsturzgefahr polizeilich geschlossen. Die evangelische Kirchengemeinde durfte sechs Jahre ihre Gottesdienste in der katholischen Kirche halten. Die finanziellen Mittel waren so knapp, dass erst dreieinhalb Jahre nach der Schließung der Grundstein für das neue Kirchenschiff gelegt werden konnte. Der aus Geldmangel nur spartanisch eingerichtete Neubau wurde mit dem Weihnachtsgottesdienst 1843 eingeweiht. 1.800 Besucher kamen zur Einweihung. Die katholischen Gemeinde bekam als Dank für die Gastfreundschaft einen vergoldeten silbernen Abendmahlskelch geschenkt.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden aus der Erweckungsbewegung heraus verschiedene Missionsvereine, die zusätzlich zu den Gottesdiensten Veranstaltungen anboten und bis heute die pietistische Linie unserer Kirchengemeinde bilden. Eigene Versammlungshäuser entstanden und werden bis heute genutzt. Die Zusammenarbeit ist hervorragend.

1909 erfolgte die erste Grundsanierung der Kirche, 1952 die zweite und im Jahr 2002 die dritte, die der Kirche ihr jetziges Aussehen gab.
Durch den Verlust des Geläuts im Ersten Weltkrieg mussten 1922 zwei neue Glocken gekauft werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1958 das heutige Geläut aus vier Glocken angeschafft. Die alten Glocken läuten jetzt in der katholischen Kirche.


Alter Turm – moderne Technik
Die Kirche ist 32 Meter lang, 18 Meter breit und im Kirchenschiff 12 Meter hoch. Der Turm mit seiner Tür und der Taufstein stammen aus dem 12. Jahrhundert. Das Kirchenschiff ist nicht ganz so alt. Es wurde zwischen 1839 und 1843 erbaut. Der Taufstein besteht – wie der Kölner Dom – aus Sieben­gebirgstrachyt.

Die jetzige, mittlerweile vierte Orgel stammt aus dem Jahr 1984 und wurde von Matthias Kreienbrink/Osnabrück gebaut. Sie hat 2.501 Pfeifen, drei Manuale und Pedal, Schweller und Walze sowie acht Setzer. 2007 wurde sie vollkommen überholt und in ihrem Klang leicht verändert.

Bei der Kirchenrenovierung von 2002 gestaltete der belgische Künstler Bo Allison das Kreuz, die Kanzel und den Nimbus neu. Seit dieser Renovierung ist unsere Kirche mit modernster Medientechnik ausgestattet. Auch einen Konzertflügel – einen restaurierten Blüthnerflügel vom Anfang des letzten Jahrhunderts – gibt es seither.


Beinahe eine Legende: Der Miba
Eine besondere Einrichtung der Kirchengemeinde ist der Missionsbasar. Begonnen hat alles Anfang der 60er-Jahre mit einem Missionsverkauf der Evangelischen Frauenhilfe Waldbröl, der jährlich am 1. November in bescheidenem Rahmen stattfand und dessen Erlös für die Arbeit der Rheinischen Mission in Wuppertal bestimmt war. Als dann 1963 im unzugänglichen Hochland vom damaligen Irian Barat (Indonesien) die Station Wamena gegründet wurde und die beiden jungen Schwestern Hanna Kessler und Martha Diehl ausreisten, um eine schwierige Aufgabe unter den Eingeborenen zu beginnen, entschloss sich die Waldbröler Frauenhilfe zur Übernahme einer Patenschaft. Jahr für Jahr gab es in der Folgezeit immer am gleichen Tag den Missionsverkauf, der sich schon bald zu einem Basar mauserte. Als es dann auch noch den Frauen gelang, Männer und andere Gemeindekreise für diese Arbeit zu interessieren, war Anfang der 70er-Jahre der Begriff „Miba“ (Missionsbasar) geboren.

Bis zu 120 ehrenamtliche Verkäufer und Verkäuferinnen waren und sind dabei bis heute im Einsatz, auch die Käuferscharen ließen bisher nicht nach.

Ein Basar in dieser Größenordnung ist mit sehr viel Arbeit und persönlichem Einsatz über das ganze Jahr verbunden. Dieses Engagement lohnt sich aber: In den vergangenen zehn Jahren wurden innerhalb der sieben Verkaufsstunden regelmäßig zwischen 28.000 und 30.000 Euro eingenommen.
   

Nicht wegzudenken: Diakonisches Engagement
Seit Anfang des letzten Jahrhunderts besteht der heute dreigruppige Kindergarten Sonnenstrahl. Aus der Arbeit der Gemeindeschwestern entstand die Diakoniestation. Seit Mitte der 90er-Jahre sind viele zusätzliche Arbeitszweige entstanden, die sich zu einem diakonischen Zentrum in der Innenstadt entwickelt haben.

Vor allem ist das Kaufhaus für alle zu nennen. Aus einem reichhaltigen Angebot an gebrauchten Möbeln, Elektroartikeln, Porzellan, Gläsern, Kleidern und Büchern können Menschen, die über wenig Einkommen verfügen, günstig einkaufen. Zusätzlich hat sich die Oberbergische Tafel zu einer großen Anlaufstelle entwickelt, wo bedürftige Menschen fast umsonst Lebensmittel bekommen. Für die Pflege von sozialen Kontakten und als Anlaufstelle für Obdachlose besteht der Kontaktpunkt, wo es an verschiedenen Tagen in der Woche Mittagessen gibt und wo Obdachlose ihre Wäsche waschen können. Zu diesen gemeindlichen Sozialangeboten kommen noch die Beratungsstelle für Obdachlose und die Schuldnerberatung als Aufgaben auf Kirchenkreis­ebene.

Neuestes Kind des diakonischen Engagements ist die Beteiligungen an der Offenen Ganztagsschule. In Hermesdorf hat die Kirchengemeinde die alleinige Trägerschaft übernommen, an der Grundschule Wiedenhof arbeitet sie in Kooperation mit dem Internationalen Bund für Sozialarbeit (IB).

Ökumenische Verbundenheit
Ökumene in Waldbröl bedeutet: Menschen aus der Freien evangelischen Gemeinde, der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde treffen und begegnen sich und beteiligen sich an vielfältigen gemeinsamen Aufgaben. An jedem ersten Freitag im März kommen Frauen aus der Ökumene beim Weltgebetstag der Frauen zusammen. Darüber hinaus treffen sie sich regelmäßig zu Frauenfrühstücken. Im Frühjahr gibt es immer den ökumenischen Marktstand auf dem Waldbröler Vieh- und Krammarkt. An Buß- und Bettag und bei allen Jubiläen der Gemeinden und der Stadt feiern wir einen ökumenischen Gottesdienst. In der Pfingstwoche finden immer unsere Bibeltage statt. Einmal im Monat feiern wir gemeinsam samstags um 19.15 Uhr in der evangelischen Kirche die ökumenische Vesper. Selbstverständlich sind auch die vielen gemeinsamen Schulgottesdienste.

Die gute Zusammenarbeit erstreckt sich auf weitere Bereiche. So sind die Grünen Damen ökumenisch im Kreiskrankenhaus unterwegs. Die Kindergärten besuchen sich regelmäßig zu Gottesdiensten und zu anderen Anlässen. Die drei ökumenisch miteinander verbundenen Gemeinden verantworten jährlich mindestens vier Veranstaltungen der Erwachsenenbildung gemeinsam mit dem Katholischen Bildungswerk. Gelegentliche Kunstausstellungen runden das gute Miteinander ab. Höhepunkte sind die im Abstand von einigen Jahren durchgeführten Großveranstaltungen wie „Neu anfangen“ 1993 und „Miteinander – Christen laden ein zum Feiern“ im Jahr 2000. Auch der gemeinsame Gemeindetag 2005 mit über 1.000 Dauerteilnehmern spricht für sich.


Musik, Musik, Musik
Ein weiterer Schwerpunkt der Gemeindearbeit ist die Musik. Kantor Martin Kotthaus gibt über das Jahr verteilt viele Orgelkonzerte. Die Kantorei führt jährlich ein Oratorium oder ein ähnlich großes Werk auf. Jedes Jahr findet im November die „Musik bei Kerzenschein und Wein“ statt. Dabei wird jeweils ein Land musikalisch und kulinarisch vorgestellt. Zusätzlich haben wir immer wieder Gastmusiker, die das Angebot abrunden. Im vierzehntägigen Waldbröler Musiksommer gastieren oberbergische Jazz- und Klanggrößen (mit oft ungewohnten Klängen) in der Kirche.

Darüber hinaus gibt es eine vielfältige Chor- und Bläserchorlandschaft. In Lützingen, Thierseifen, Hermesdorf, Waldbröl und Berkenroth gibt es große Posaunenchöre, die Bläsermusik auf hohem Niveau machen. Die Namen „Ohrwürmer“ und „Inscene“ stehen für mehr als 120 Kinder und Jugendliche von 5 bis 20 Jahren, die in Lützingen proben. In Waldbröl probt der Gospelchor „SisterAct“. In Hermesdorf gibt es den „Auftakt Chor“, in Lützingen und Helten jeweils einen gemischten Chor.


Angebote in Hülle und Fülle
Nun könnte noch von den vielen Kinder- und Jugendkreisen gesprochen werden, den Kindergottesdiensten, dem jährlich in den Sommerferien stattfindenden Kinderferienprogramm, den vielen Freizeiten, jährlichen Studienfahrten, den Frauen- und Männerkreisen, dem Handicap-Kreis, dem vierzehntägigen meditativen Tanz, dem Friedensgebet, der Allianz­arbeit, den Partnergemeinden, unserer Gemeindebücherei, von den Jugend- und Erwachsenen-Evangelisationen – aber das würde den Rahmen sprengen.

Thomas Seibel, Pfarrer