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Öffnungszeiten:
Montag - Donnertag
11.00 - 14.00 Uhr
Das Ometepe-Projekt Nicaragua
In den Osterferien 1993 besuchten der Berufsschulpfarrer Michael Höhn und seine Frau Monika auf Einladung des Priesterdichters Ernesto Cardenal das „Entwicklungsland“ Nicaragua. Ein Weggefährte Cardenals seit den Zeiten der christlichen Kommune Solentiname im Großen Nicaraguasee – der Künstler und Sänger William Agudelo aus Managua – schlug den Besuchern die Insel Ometepe, die „Oase des Friedens“, als geeigneten Ort für ein paar Tage touristische Erholung vor.
An einem der paradiesischen Strände der Insel traf das Ehepaar auf eine Gruppe von Campesinos (Landarbeitern), die gerade den Bau eines „Hauses für verschiedene Dienste“ (unter anderem Schule, Gesundheitsposten, Versammlungsort für die Bevölkerung) vorbereiteten. Damit die arme Bevölkerung dieses Haus in weniger als zehn Jahren bauen konnte, riefen Monika und Michael Höhn deutsche Freundinnen und Freunde zur finanziellen Unterstützung auf. Damit war der Grundstein für das Ometepe-Projekt Nicaragua – in Nicaragua heißt es: Proyecto Ometepe Alemania (POA) – gelegt.
Ometepe – wer oder was ist das?
Ometepe ist der indianische Name („Zwischen den Vulkanen“) für die größte Insel im Großen Nicaraguasee, einem Süßwassersee – etwa fünfzehnmal so groß wie der Bodensee – im Süden Nicaraguas, einem der ärmsten Länder der Welt.
Die 35.000 Einwohner der Insel sind Nachfahren der indigenen Nahuas, die schon vor mehr als 2.000 Jahren dort gesiedelt haben. Die Insel besteht aus zwei Vulkanen: dem Vulkan Maderas und dem aktiven Vulkan Concepción.
Die Situation
Mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist unter 20 Jahre alt. Es herrscht hohe Arbeitslosigkeit. Etwa jeder Zweite kann nicht lesen und schreiben. Nicht alle Menschen haben Zugang zu sauberem Trinkwasser. Viele trinken das Wasser aus dem See und werden krank. Strom gibt es an vielen Orten der Insel nicht.
Die medizinische Versorgung ist unzureichend. Schwerkranke in den entlegenen Dörfern um den Vulkan Maderas haben oft keine Chance zu überleben. Medikamente können viele nicht bezahlen. Krankentransporte waren aufgrund fehlender Fahrzeuge des öffentlichen Gesundheitsministeriums kaum möglich. Die Fahrten auf den unbefestigten Schotterpisten sind vor allem in der Regenzeit sehr schwierig.
Das Ometepe-Projekt Nicaragua in Deutschland
Das Projekt wird von einem Initiativkreis aus ehrenamtlichen Mitarbeitenden geleitet – unter ihnen Ärztinnen und Ärzte, Lehrerinnen und Lehrer, Pfarrerinnen und Pfarrer, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ev. Kirchenkreises An der Agger, Übersetzerinnen und eine Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit. Die Kirchengemeinde Derschlag hat die Trägerschaft für das Projekt übernommen. Das Spendenkonto des Projekts wird beim Verwaltungsamt des Kirchenkreises geführt. Die detaillierte Abrechnung aus dem Projekt in Nicaragua erfolgt monatlich.
Die Initiatoren des Projektes machen das Projekt bekannt und beschaffen auf vielfältige und kreative Weise Spenden. Im Jahr 2006 sind auf diese Weise 126.000 Euro zusammengekommen.
Wichtig ist neben dem „Spendensammeln“ vor allem die Vernetzung mit unterschiedlichen Gruppen, die ebenfalls in der Eine-Welt-Arbeit tätig sind. Ein bedeutsamer Akzent liegt dabei auf der parteiübergreifenden und überkonfessionellen Arbeit.
Das Proyecto Ometepe Alemania („POA“ ) in Nicaragua
Ein mehrköpfiges Team leitet das Projekt in Nicaragua. Seit 1995 fahren Ärzte, eine Zahnärztin, Krankenschwestern, eine Hebamme und inzwischen auch eine Apothekerin in die Dörfer um den Vulkan Maderas und garantieren eine Basisversorgung für die Ärmsten. POA arbeitet mit dem staatlichen Gesundheitsministerium (MINSA) zusammen.
Die „Escuela de la Esperanza“ (Schule der Hoffnung) arbeitet mit dem Erziehungsministerium zusammen. Jugendliche und Erwachsene haben die Möglichkeit, Lesen und Schreiben zu lernen. Campesinos (Landarbeiter) werden in der selbst organisierten Kreditgenossenschaft von einem Agraringenieur und anderen Fachkräften beraten. Die Vergabe der Häuser wird demokratisch abgesprochen und entschieden. Alle Aktivitäten des Projekts werden für die Bevölkerung durch eine öffentliche Informations-Wand bekannt gemacht.
Gesundheit und Bildung
Gesundheit und Bildung sind die wichtigsten Anliegen der nicaraguanischen Partner. Diese beiden Schwerpunkte werden seit der Gründung 1993 von Deutschland aus unterstützt. Wir betrachten die gesundheitliche Situation nicht losgelöst, sondern in enger Abhängigkeit von den übrigen Lebensbedingungen der Menschen, ihrer Ernährung, der Hygiene, der Schulbildung, ihrer Arbeitsmöglichkeiten, der Verkehrswege, ihrer Wohn- bzw. Lebenssituation. Deshalb wurden bisher folgende Aktivitäten durch Spenden ermöglicht, da staatliche Hilfen vielerorts für ein menschenwürdiges Leben nicht ausreichen:
- Bau einer Vor- und Grundschule und Mitfinanzierung von Lehrkräften
- tägliche kostenlose Schulspeisung
- Studienförderung von begabten Studentinnen und Studenten
- eine kleine Klinik für Allgemein- und Zahnmedizin, Gehälter für Ärzte und Pflegekräfte
- ein Physiotherapeut, der 20 behinderte Kinder und Erwachsene in einem eigenen Therapiehaus behandelt
- Ambulanzfahrzeug zum Transport Schwerkranker
- Fahrten zu den Gesundheitsposten an vielen Orten der Insel mit regelmäßigen Sprechstunden
- projekteigene Apotheke
- Beratung und Informationen bei Schwangerschaft und Geburt im „Mütterhaus“
- Unterstützung von etwa tausend mangelernährten Kindern
- vorbeugende Information über Hygiene, Ernährung und ansteckende Krankheiten
- Bau von Steinhäusern, deren Bauelemente unter Verwendung von Plastikflaschen hergestellt werden (unter anderem wird so das Müllproblem angegangen)
- Bau von Latrinen (Toiletten)
- Mitfinanzierung einer kleinbäuerlichen Kreditgenossenschaft
- finanzielle Unterstützung bei juristischen Problemen, insbesondere bei Fragen der Landvertreibung
Gleichzeitig werden durch diese Projekte zahlreiche Arbeitsplätze geschaffen.
Was uns wichtig ist
Wir möchten die Hilfe zur Selbsthilfe fördern. Zur partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit dauerhaftem Austausch gehören regelmäßige Besuche von Gruppen und Einzelnen. So können sich Prozesse entwickeln, die Initiativen im politischen, sozialen und kulturellen Bereich ermöglichen und zu einem besseren Verständnis der Lebensverhältnisse eines Landes der sogenannten „Dritten Welt“ führen. Wir möchten gegenseitige Lernprozesse fördern und von der Kultur unserer Partner profitieren.
Monika und Michael Höhn, Initiatoren des Ometepe-Projekts
Homepage der Sternsinger - Link
Monika und Michael Höhn verfassten das Buch „Unterwegs in Nicaragua – Und Esmeralda tanzte“. Es erschien 2007 im IATROS VERLAG und enthält Szenen, Geschichten und Reiseerlebnisse. Das Buch kostet 10 Euro. Der Erlös dieses Buches kommt ebenso wie von allen übrigen Veröffentlichungen (Bücher, Kartenspiel, Filme) der Projektarbeit zugute.
Monika Höhn ist Autorin des Buches „Lust auf Nicaragua – Kulinarische Reiseskizzen“. Es umfasst 212 Seiten, enthält viele farbige Fotos, ist zweisprachig (deutsch-spanisch) und kostet 24,50 Euro.
Inka und Markus Brand aus Gummersbach entwickelten das Karten-Sammelspiel „Lust auf Ometepe“ mit Fotomotiven aus Ometepe (8 Euro).
Weitere Veröffentlichungen: Monika und Michael Höhn: Alltag in Nicaragua – Vom Leben der Menschen auf der Insel Ometepe. Gronenberg-Verlag, ca. 240 Seiten mit vielen farbigen Fotos, zweisprachig (deutsch-spanisch) Frühjahr 2008.
Volker Hoffmann und Markus Adloff: Ometepe – Ein Paradies mit Widerhaken. 20 Minuten.
Als DVD oder VHS-Video erhältlich (15 Euro). Teil 2 des Films: Frühjahr 2008.






