Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Mittwoch, 19. Juni 2013:
Losungstext:
Danket dem HERRN und rufet an seinen Namen; verkündigt sein Tun unter den Völkern!
Psalm 105,1
Lehrtext:
Paulus sprach: Ich achte mein Leben nicht der Rede wert, wenn ich nur meinen Lauf vollende und das Amt ausrichte, das ich von dem Herrn Jesus empfangen habe, zu bezeugen das Evangelium von der Gnade Gottes.
Apostelgeschichte 20,24

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Mediothek

Neuer Service:
Wissen welche Medien im Kirchenkreis verfügbar sind, abfragen, ob sie gerade ausgeliehen sind und vorbestellen. Das ist der neue Service, den Sie durch das Schulreferat ab sofort erhalten.

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Öffnungszeiten:
Montag - Donnertag
11.00 - 14.00 Uhr

Online Zugriff

Gemeindeamt

Odenspiel, 51580 Reichshof, E-Mail: odenspiel(at)ekir(dot)de

 

Pfarrer

Pfarrer Thomas Marhöfer, In der Spring 8, 51580 Reichshof-Erdingen, Tel 02297/801670, E-Mail: thomas.marhoefer(at)ekir(dot)de

 

Die Gemeinde Odenspiel wurde im 13. Jahrhundert als Filiale von Morsbach gegründet. Um 1560 wurde sie selbstständig. Sie bekam als Filialen die Kapellengemeinden Wildberg und Denklingen zugewiesen, die bis dahin zu Morsbach gehörten.

Die Kirche in Odenspiel: Das Bruchsteinmauerwerk, das 1964 bei einer Außenrenovierung der Kirche verputzt wurde, besteht aus Grauwacke. Foto: Wilfried Bruch

 

Im Jahre 1573 trat die Gemeinde unter Pastor Kaspar Römer geschlossen zum lutherischen Bekenntnis über. Der Ursprung der Odenspieler Kirche ist ein (spät-)romanischer Kapellenbau (um 1200), der Johannes dem Täufer geweiht war. Turm und Langhaus sowie ein alter Taufstein aus Trachyt weisen darauf hin. Sie wurden in den Neubau der Kirche 1697 einbezogen. Innen wurde die Kirche seitdem einige Male renoviert und umgebaut, zuletzt 1968 bis 1972. Die ursprüngliche Holzbemalung (Bauernmalerei) im Altarraum wurde unter den vielen Farbschichten wieder freigelegt.

Die Kapelle Wildberg wird schon 1550 als Nikolaus-Kapelle erwähnt. Wegen Baufälligkeit wurde sie 1835 abgerissen und erst 1885 wieder neu erbaut und mit dem gemeindeeigenen Friedhof umgeben. Die Kreuzigungsgruppe aus Holz aus dem 17. Jahrhundert, die ursprünglich aus der Kirche in Odenspiel stammt, ist seit 1991 in der Kapelle Wildberg zu sehen.

Eng verbunden mit der Kirche war die Kirchspielschule. Sie weist die älteste Schulordnung im Bergischen Land aus dem Jahr 1678 auf.

Räumlich hatte die Gemeinde eine große Ausdehnung. Sie erstreckte sich von Wildberg/Kamp/Hardt im Osten bis Sengelbusch/Rölefeld im Westen. 1866 wurden für die Gemeinde etwa 2.200 evangelische Mitglieder in 37 Dörfern angegeben.


Aus der Geschichte
Die NS-Zeit (1933–1945) hat in der Gemeinde Odenspiel zu heftigen Auseinandersetzungen und Unruhen geführt und Spuren hinterlassen. Höhepunkt war die Verhaftung von Pfr. Dr. Fritz Wieter im November 1937. Wegen seiner Nähe zur Bekennenden Kirche wurde er gegen den Widerstand von Gemeindegliedern und Mitgliedern des Posaunenchores von SA-Männern verhaftet und in „Schutzhaft“ genommen. Er erhielt Predigtverbot, wurde zum Militärdienst eingezogen und gegen Ende des Afrika-Feldzuges vermisst. Der Nachfolger, Pfarrer Wilhelm Hirschberg, wurde am 1. April 1945 beim Einmarsch amerikanischer Truppen in Odenspiel tödlich von einer Kugel getroffen.

Gemeindemitglied Emil Beer aus Berg wurde am 22. April 1999 für seine lebensrettende Hilfe, die er der jüdischen Familie Löwenstein gewährt hatte, posthum mit dem Ehrentitel „Gerechter unter den Völkern“ geehrt. Der Staat Israel hat seinen Namen in der Holocaust-Gedenkstätte in Jerusalem verewigt. Für den jungen Juden Rudi Löwenstein, der die NS-Zeit trotz Beers Hilfe nicht überlebte und im KZ umkam, gibt es einen Gedenkstein.

Die Kirchengemeinde hat sich im Laufe der Zeit verändert. Um 1890 trat die Gemeinde Odenspiel zwölf Dörfer an Denklingen ab, das zur selbstständigen Kirchengemeinde wurde. Weitere fünf Dörfer fielen an Heidberg. Durch den Bau der Wiehltalsperre gingen 1966 weitere sechs Dörfer verloren.

Der aus der Erweckungsbewegung um 1900 entstandene Gemeinschaftsverein mit Posaunenchor, Männerchor und Sonntagsschulen in Odenspiel, Bergerhof, Berg und Dresbach wurde unter Pfr. Wilhelm Theisen (1960–1987) einvernehmlich in die Gemeinde integriert. Unvergessen sind auch die großen Gemeindetage, Weihnachtsbasare und missionarischen Veranstaltungen in der „Glück-Auf-Halle“ in Wildberg. Die Kirchengemeinde hat heute etwa 1.800 Gemeindeglieder in 14 Orten.


Glocken
Die erste erwähnte Glocke stammt aus dem Jahr 1520. 1924 wurden zwei Stahlgussglocken aus dem Bochumer Gussstahlwerk in Gebrauch genommen. Sie dienten als Ersatz für die Bronzeglocken, die die Gemeinde zu Kriegszwecken hatte abliefern müssen.


Gemeindehäuser
Zum neuen Siedlungsschwerpunkt der Kirchengemeinde Odenspiel entwickelte sich Wildbergerhütte/Bergerhof. 1958/59 wurde daher in Bergerhof ein Gemeindehaus errichtet. Überwiegend wird es für die Jugendarbeit genutzt.

Das Gemeindehaus in Odenspiel wurde 1967 in der Amtszeit von Pfarrer Wilhelm Theisen gebaut. Mit seinen 150 Plätzen kann es für viele Veranstaltungen genutzt werden. Auch das Gemeindebüro ist hier untergebracht. Im Saal finden neben den Proben für die kirchenmusikalische Arbeit auch alle anderen Veranstaltungen und Aktivitäten der übrigen Kreise statt. Die Fertigstellung des Gemeindehauses war die Voraussetzung für den Beginn der großen Innenrenovierung der Kirche in den Jahren von 1968 bis 1972.


Gemeindeleben
Die Evangelische Kirchengemeinde Odenspiel lebt und arbeitet mit einem Leitbild. Es lautet: „Die Ev. Kirchengemeinde Odenspiel hat offene Türen für Menschen jeden Alters und geht auf ihre Anliegen ein, sodass sich neues Leben entfaltet. Sie feiert mit Freude Gottesdienst. Sie bietet in der Gestaltung des Gemeindelebens unterschiedlichen Zielgruppen ein Zu­hause.“ (Aus dem Gemeindekonzept 2004)

Den Schwerpunkt des Gemeindelebens bildet der sonntägliche Gottesdienst. Zu besonderen Gelegenheiten finden Gottesdienste auch im Gemeindehaus in Odenspiel statt: Abendmahlsfeiern zur Senioren-Adventsfeier und zur Goldenen Konfirmation sowie die Passah-Mahlfeier am Gründonnerstag. Zusätzliche Gottesdienste werden im Alten- und Pflegeheim in Wildbergerhütte angeboten. Außerdem gibt es einen ökumenischen Schulgottesdienst und einen Gottesdienst für den Johanniter-Kindergarten in Odenspiel. Prädikantinnen, das heißt ordinierte Ehrenamtliche im Predigtdienst, und ehrenamtliche Helferinnen und Helfer aus der Gemeinde sorgen dafür, dass das Gemeindeleben auch in schwierigen Zeiten, wie etwa einer längeren Erkrankung des Pfarrers, aufrechterhalten bleibt.

Kirchenmusik
Ungewöhnlich für eine so kleine Gemeinde ist ihre intensive kirchenmusikalische Arbeit, die einen weiteren Schwerpunkt der Gemeinde­arbeit bil­det. Hauptziel der Chöre ist die Mitgestaltung des regelmäßigen Gottesdienstes und die Teilnahme an den Andachten und Feiern im Kirchen­jahr. Außerdem gestalten die Chöre besondere Gottes­dienste und wirken bei gemeindlichen Konzerten mit.

Der 1882 unter Pfr. Hoeman gegründete Kirchenchor konnte 1930 unter Pfr. Löwe (1928–1934) neu aktiviert werden und fand Anerkennung auch über die Gemeindegrenzen hinaus. Zurzeit ist der Chor mit 25 Mitgliedern ausgewogen besetzt. Er feierte 2007 sein 125-jähriges Bestehen mit einem Konzert in der Kirche.

Der „Gemischte Chor Wildberg“ unter Dirigent Edmund Taufenbach entstand 1945. 1977 übernahm Ilsedore Simon die Leitung des Chores, der aber dann Weihnachten 1988 wegen Nachwuchsmangel zum letzten Mal auftrat.

Der Posaunenchor, der 1906 aus dem Gemeinschaftsverein entstand, ist dank intensiver Nachwuchsarbeit mit über zwanzig meist jüngeren Mitgliedern zu einer festen Größe in der Gemeinde geworden. Aus Anlass seines 100. Geburtstags war der Chor im Jahr 2006 Gastgeber des 86. Posaunenfestes der Oberbergischen Posaunenvereinigung. Der Posaunenchor gestaltet traditionell zu Beginn des Jahres einen Gottesdienst zur Jahreslosung in Wort, Bild und Musik. Gerne lässt er sich mit diesem besonderen Gottesdienst auch in andere Gemeinden einladen.

Zur guten Tradition gehört es, dass der Posaunenchor am Ostermorgen das „Auferstanden ist der Herr“ über den Höfen und Ortschaften erklingen lässt.

Der Gospelchor begann seinen Dienst 1999 als befristetes Projekt mit 35 Mitgliedern und hat sich bis heute, wenn auch mit weniger Mitgliedern, erfolgreich entwickelt. Hier sollen vor allem sangesfreudige jüngere Gemeindeglieder begeistert und eingebunden werden.
Als Ersatz für die alte Orgel bekam die Gemeinde 1910 bis 1912 eine neue Orgel, gebaut von der Firma Faust, Barmen. Sie erfreute durch neueste Technik und einen schönen Klang. Der alte Orgelprospekt blieb und wurde nur erweitert. Im Rahmen der Innenrenovierung der Kirche musste die Orgel dann aber demontiert werden. Fachleute beurteilten sie als nicht mehr reparaturfähig. Nach ausführlichen Diskussionen wurde Ende 1980 beschlossen, eine digitale Allen-Computerorgel zu erwerben.

Nachhaltig geprägt wurde die musikalische Entwicklung der Gemeinde Odenspiel durch Pfarrer Wilhelm Theisen (1960–1987) und seine Ehefrau Hilde. Wilhelm Theissen wirkte am neuen Evangelischen Gesangbuch mit. Hilde Theisen leitete anfangs den Kirchenchor und arbeitete in der Frauenhilfe. Sie widmete sich auch der musikalischen Früherziehung der Kinder in Flötenkreisen sowie der Sing- und Spielschar. Ihre Arbeit wirkt bis heute in der Gemeinde nach.

Jugendarbeit
Kindergottesdienst (3 bis 11 Jahre) wird sowohl in Odenspiel als auch in Wildberg angeboten. Im Gemeindehaus Bergerhof finden folgende Treffs statt: Mini – Jungschar (6 bis 8 Jahre); Jungschar (8 bis 12 Jahre); Jugendtreff (ab 13 Jahre) und der Mitarbeiterkreis Jugendarbeit. Im Gemeindehaus Odenspiel trifft sich die Jungschar (6 bis 8 Jahre), der Offene Kreis (9 bis 12 Jahre.) Auch der Katechumenen- und Konfirmandenunterricht, der wegen der vielen Jugendlichen in jeweils zwei Gruppen erteilt wird, findet hier statt.

Besuchsdienst
Pfr. Norbert Zander regte 1999 einen Kreis an, der Geburtstagsbesuche ab 70 Jahren und Krankenbesuche nach Abstimmung macht. 17 Frauen nehmen diesen wichtigen Dienst wahr. Der Kreis trifft sich vierteljährlich zum Erfahrungsaustausch und zur Vorbereitung.

Angebote für Frauen und Männer
Die beiden traditionellen Kreise der Frauenhilfe in Odenspiel und Bergerhof, die auf die Gründung von Pfarrer Richard Löwe zurückgehen, wurden wegen Überalterung im Jahre 2003 aufgelöst. Der Mütterkreis, der sich seit 1964 daneben etablierte, wurde von Hildegard Theisen bis 2004 geführt. Heute heißt er Frauen-Frühstückskreis. Die Termine für die unregelmäßig stattfindenden Treffen werden im Gemeindebrief bekannt gegeben.
Ein neuer Frauenkreis hat sich gebildet. Die Frauen im mittleren Alter treffen sich im Gemeindehaus Odenspiel.

In einem ersten Treffen am 24. September 2003 wurde von 15 Teilnehmern eine konfessionsoffene Männerarbeit gestartet. Die Mitglieder treffen sich im Gemeindehaus Odenspiel. Eingeladen sind alle Männer, gleich welcher Konfession und welchen Alters. Der Männerkreis wird von einem Team geleitet.

Ökumene
Die ökumenische Arbeit wurde sehr stark unter Pfarrer Wilhelm Theisen entwickelt. Er regte Gesprächskreise und Bibelwochen mit der katholischen Nachbargemeinde an. Wechselweise wurde am Gründonnerstag gemeinsam das Passah-Mahl gefeiert. Es finden regelmäßig ökumenische Gottesdienste für die Schulen statt. Jedes Jahr im März sind Frauen und Männer zum stets gut besuchten Weltgebetstag der Frauen eingeladen.

Partnerschaft
Schon seit vielen Jahren besteht eine Verbindung zu den Kirchengemeinden Oehna und Zellendorf (Kreis Jüterbog). Zu DDR-Zeiten wurden diese Kirchengemeinden von uns unterstützt. Es gab viele Besuchsfahrten dorthin, durch die viele persönliche Kontakte entstanden.

Öffentlichkeitsarbeit
Der Gemeindebrief mit dem Titel „Einblicke“ erscheint vierteljährlich. Darin werden das vielfältige Angebot der Gemeinde sowie alle interessanten Informationen bekannt gegeben.

Die vorgestellten Gruppen arbeiten fast ausschließlich mit ehrenamtlichen Mitarbeitern. Vierteljährlich trifft sich der Mitarbeiter-Konvent und berichtet aus den einzelnen Kreisen und stimmt die gemeindlichen Termine ab.

Offene Kirche im Advent
Mit Beginn des Odenspieler bäuerlichen Weihnachtsmarktes im Jahr 2002 öffnet sich auf Initiative von Pfr. Norbert Zander die Odenspieler Kirche an den Wochenenden vom zweiten bis vierten Advent für Besucher aus der näheren und weiteren Umgebung. Morgens und nachmittags finden neben den Gottesdiensten Adventsandachten mit musikalischer Beteiligung der Chöre statt. Es gibt ein Kirchencafé, kleine Ausstellungen, Mal- und Spieltische und Gelegenheit zu Begegnungen. Auch ein Angebot zur Stille gehört dazu.

Von unseren katholischen Mit­christen empfangen wir das Friedenslicht aus Bethlehem und geben es weiter. Viele Menschen aus nah und fern erleben so an diesen Wochenenden „Mission vor Ort“. Auch wir können etwas von dem Segen mitnehmen, um den es im Advent und zu Weihnachten wirklich geht.

Wir halten uns als Kirchengemeinde an die „Barmer Theologische Erklärung“ aus dem Jahr 1934. Besonders These 6 ist uns wichtig. Sie lautet: „Der Auftrag der Kirche, in welchem ihre Freiheit gründet, besteht darin, an Christi Statt und also im Dienst seines eigenen Wortes und Werkes durch Predigt und Sakrament die Botschaft von der freien Gnade Gottes auszurichten an alles Volk.“


Quellen
Wilfried Bruch: Geschichte der Ev. Kirchengemeinde Odenspiel
Ev. Kirchengemeinde Odenspiel: Kirchenarchiv Johannes Fach: Beiträge zur Geschichte des Kirchenkampfes 1933–1945
Oswald Gerhard: Eckenhagen und Denklingen im Wandel der Zeiten
Presbyterium der Ev. Kirchengemeinde Odenspiel: Gemeindekonzept 2004
Synodalvorstand des Kirchenkreises An der Agger: Kirche an der Agger –
Eine Kirche im Umbruch (1962)
Pfr. Norbert Zander: Kleiner Kirchenführer
Pfr. Norbert Zander: Abbrechen hat seine Zeit – Bauen hat seine Zeit – Kapelle Wildberg

Hans-Gerd Vasbender, ehem.Presbyter, und Wilfried Bruch, ehem.Presbyter, unter Mitarbeit von Jürgen Barth, Presbyter und Hans Schumacher, ehem. Presbyter