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Mediothek
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Öffnungszeiten:
Montag - Donnertag
11.00 - 14.00 Uhr
Oberbergische Posaunenvereinigung
Der Oberbergischen Posaunenvereinigung (OPV) gehören im Gebiet des Kirchenkreises An der Agger gegenwärtig 28 Posaunenchöre mit etwa 460 Mitgliedern an, die sich der geistlich begründeten Blasmusik verpflichtet haben.
Von Renaissance bis Swing
Die Aufgaben der OPV liegen in der jährlichen Ausrichtung von Kreisposaunenfesten, in der Organisation von Fortbildung, in früheren Jahren auch von Freizeiten, sowie in der gegenseitigen Unterstützung bei Bläserdiensten und in der Erfahrung und Stärkung der Gemeinschaft der Posaunenchöre im Oberbergischen.
Die OPV trägt wie jeder Mitgliedschor in seinem Umfeld zur musikalischen Verkündigung des Evangeliums bei. Dabei nutzen die Bläserinnen und Bläser die große Bandbreite der Stile der früheren Jahrhunderte von der Renaissance über die Klassik und Romantik bis hin zu modernen Kompositionen unserer Tage, auch von Spirituals und Gospels sowie von swingenden Kompositionen.
Die Mitgliedschöre der OPV gehören entweder dem Posaunenwerk der Ev. Kirche im Rheinland oder dem CVJM an oder sind keinen sonstigen Organisation angegliedert. „Gott loben, das ist unser Amt.“Die vielfältigen Aufgaben unserer Chöre in Gottesdiensten und Andachten, in Krankenhäusern und Altenheimen, auf öffentlichen Plätzen, bei Geburtstagsständchen und in Konzerten sind aus der musikalischen Arbeit unserer Gemeinden nicht mehr wegzudenken.
Am Heiligen Abend und am Ostermorgen sind die Posaunenchöre Freudenboten der Geburt und der Auferstehung Jesu Christi. Posaunenchöre führen Menschen im gemeinsamen Lob Gottes zusammen. In der Freude an der Musik verbinden sich unterschiedliche Generationen.
Posaunenchöre sind so ein wichtiger Baustein für den Gemeindeaufbau nach innen und für die Öffentlichkeitsarbeit von Kirche nach außen. Durch die Musik soll das Wort Gottes einladend und strahlend weitergegeben werden.

- „Gott loben, das ist unser Amt“, so lautet der Auftrag der OPV, hier beim Posaunenfest 2006 in Odenspiel. Foto: Wilfried Bruch
Alt – aber nicht in die Jahre gekommen
Die OPV wurde im Jahre 1920 auf Initiative der beiden Pfarrer August Aring aus Holpe und Fritz Mockert aus Waldbröl sowie des Kaufmanns Wilhelm Jakobs gegründet. Die Entstehung der Posaunenchöre ist eng mit der Erweckungsbewegung verbunden, die im 19. und im beginnenden 20. Jahrhundert insbesondere den Kreissüden erfasste. Im Zuge der Gründung von landeskirchlichen Gemeinschaften und einer neuen geistlichen Ausrichtung in den Gemeinden haben sich sowohl Vokalchöre als auch Posaunenchöre gebildet. Zum Teil gab es radikale Veränderungen durch die neue Bläserliteratur.
Blechblasinstrumente mit ihren Schalltrichtern sorgten dafür, dass sich eine neue, unüberhörbare Musikrichtung und -tradition bildete. Das Musizieren in Kirchen wurde genauso möglich wie das Gotteslob im Freien vor Hunderten von Menschen. Johannes Kuhlo hat mit seinen Choralsätzen und der von ihm eingeführten C-Schreibweise für Posaunenchöre diese Entwicklung befördert. Im Gefüge der Kirchenmusik haben sich die Posaunenchöre über die Jahrzehnte fest etabliert.
Am 24. Juli 1921 fand das „1. Christliche Volksfest der Vereinigung christlicher Posaunenchöre im Oberbergischen“ in Hermesdorf statt. Mittlerweile hat die OPV ihr 87. Posaunenfest aus Anlass des 125-jährigen Bestehens des Posaunenchors Thierseifen und auf Einladung der Waldbröler Chöre am 30. Juni und 1. Juli 2007 in Waldbröl gefeiert.
Ungewohnte Orte für Posaunenfeste
Posaunenfeste bestehen aus einem Bläsergottesdienst am Sonntagmorgen, oft einem anschließenden Kurrende-Blasen an Krankenhäusern, Altenheimen oder auf öffentlichen Plätzen sowie aus der Festveranstaltung am Nachmittag mit dem Großchor von 100 bis 200 Bläserinnen und Bläsern. Oft erstrecken sich Posaunenfeste auch auf zwei Tage, wenn Workshops für interessierte Musiker oder Konzerte bekannter Bläserchöre oder Blechbläserensembles am Samstag angeboten werden.
Posaunenfeste haben nicht nur in Kirchen und Sporthallen sowie auf Wiesen und öffentlichen Plätzen stattgefunden, sondern auch schon um die Drehscheibe des Eisenbahnmuseums in Dieringhausen (1997) oder in einer Werkshalle des ehemaligen Gummersbacher Großbetriebs Steinmüller (2005).
Ohne Ehrenamt undenkbar
Immer sind die musikalischen Vorträge auf den Posaunenfesten mit der Auslegung von Gottes Wort verbunden. Den Vorsitz und die geistliche Leitung der OPV hatten Pfarrer und Kreisdirigent August Aring aus Holpe (in den Gründungsjahren), Pfarrer und Superintendent Otto Meiswinkel aus Waldbröl (bis 1958), Pfarrer Friedrich Sentker aus Wiehl (bis 1960), Pfarrer Siegfried Karthäuser aus Bergneustadt (bis 1974) und Pfarrer Burkhard Preis aus Marienhagen (bis 1997) inne. Seit dem Jahr 1997 nimmt Pfarrer und Superintendent Jürgen Knabe diese Aufgabe wahr.
Einen ganz erheblichen Beitrag zum Wachstum der musikalischen Gemeinschaft der OPV leisteten die verschiedenen Kreisdirigenten. Neben Pfarrer August Aring sind hier Wilhelm Seinsche aus Winterborn (bis 1969), Ernst Kossek aus Marienheide, Friedrich Vorländer aus Winterborn und vor allem Horst-Wilhelm Seinsche aus Winterborn (bis 2005) zu nennen. Seit dem Jahr 2005 ist Kantor Martin Kotthaus aus Waldbröl der neue Kreisdirigent der OPV. Alle Dirigenten haben dazu beigetragen, die Chöre zu einem großen Klangkörper zum gemeinsamen Lob Gottes zu formen.
Die OPV lebt vom ehrenamtlichen Engagement vieler Bläserinnen und Bläser, die sich von der Musik zur Ehre Gottes anstecken lassen: „Lobt Gott mit Posaunen.“ (Psalm 150,3)
Mögen ihre Klänge auch weiterhin im Oberbergischen erschallen!
Jürgen Knabe, Superintendent, Vorsitzender der Oberbergischen Posaunenvereinigung






