Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Samstag, 25. Mai 2013:
Losungstext:
Der HERR hat Zion mit Recht und Gerechtigkeit erfüllt. Und du wirst sichere Zeiten haben: Reichtum an Heil, Weisheit und Klugheit.
Jesaja 33,5-6
Lehrtext:
Von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade.
Johannes 1,16

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Café Oberberg Evangelische Jugend auf dem Hamburger Kirchentag Präses Rekowski besucht den...

Mediothek

Neuer Service:
Wissen welche Medien im Kirchenkreis verfügbar sind, abfragen, ob sie gerade ausgeliehen sind und vorbestellen. Das ist der neue Service, den Sie durch das Schulreferat ab sofort erhalten.

Werden Sie Mitglied, erhalten Sie einen Leserausweis und schon können Sie für kirchliche Zwecke und Unterrichtsvorbereitung Medien ausleihen.

Öffnungszeiten:
Montag - Donnertag
11.00 - 14.00 Uhr

Online Zugriff

Gemeindeamt

Alte Poststr. 2, 51588 Nümbrecht, Telefon (02293) 6772, Fax (02293) 2980, E-Mail: nuembrecht(at)ekir(dot)de, kirchenamt(at)ev-kirche-nuembrecht(dot)de

Pfarrer

Pfarrer Wolfgang Becker, Spreitgerweg 26, 51588 Nümbrecht, Telefon (02293) 815340, Fax (02293) 815341, E-Mail: wolfgang.becker(at)ekir(dot)de, w.becker(at)ev-kirche-nuembrecht(dot)de

Pfarrrer Ralf-Andreas Kliesch, Jakob-Engels-Str. 10, 51588 Nümbrecht, Telefon (02293) 1033, Fax (02293) 815091, E-Mail: ralf-andreas.kliesch(at)ekir(dot)de

Pfarrer Michael Ebener, Auf der Hege 8, 51588 Nümbrecht-Winterborn, Telefon (02293) 3771, Fax (02293) 80824, E-Mail: michael.ebener(at)ekir(dot)de, pfarramtwinterborn(at)michaelebener(dot)de 

Die Nümbrechter evangelische Kirche sieht auf eine mehr als 1000-jährige Geschichte zurück und dürfte damit eine der ältesten Kirchen des Gebietes um Agger, Wiehl und Bröl sein. Im Zuge einer umfassenden Renovierung ergab sich im Jahr 1954 die Gelegenheit zu archäo­logischen Studien in der Kirche. Die Ausbeute der Forscher mit Kelle, Hacke und Spaten war beträchtlich. Die Ausgrabungen wiesen die Besiedlung unseres Landes bereits vor der ersten Jahrtausendwende nach.

Außerhalb der Gottesdienste ist die Kirche von Mai bis Oktober jeden Tag von 14.30 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Ein Team von ehrenamtlich Mitarbeitenden steht dabei als Ansprechpartner zur Verfügung. Ein interaktiver Kirchenführer für Jugendliche lädt zu einer Entdeckungs­reise durch die Kirche ein. Für Besichtigungen außerhalb der angegebenen Zeiten kann man sich bei Küster Konrad Müller, Tel. (0 22 93) 23 66, melden. Kirchen­führungen können Sie im Kirchenamt anmelden: Tel. (0 22 93) 67 72. Foto: Frank-Michael Rommert

 

Barocke Gestaltungskraft
Baugeschichtlich ist die Nümbrechter Kirche einer der interessantesten Sakralbauten des Oberbergischen Landes: mit ihrem wuchtigen romanischen Turm, ihren schweren frühmittelalterlichen Pfeilern und Gurtbögen im Innenraum, ihrem zart gegliederten gotischen Chor, ihren flachen Gewölben aus dem Ende des 17. Jahrhunderts, ihrer barocken Turmhaube und den bemerkenswerten barocken Prinzipalstücken. Als die Homburger Linie der Grafen Sayn-Wittgenstein im 17. Jahrhundert ständig auf Schloss Homburg residierte und die Nümbrechter Kirche auch Hofkirche war, erfuhr die Kirche umfangreiche bauliche Veränderungen. Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, erhielt sie die Gewölbe als Raumabschluss mit dem markanten Schlussstein über dem Mittelschiff aus dem Jahre 1682.

So wie die Türme des Schlosses ihr Aussehen wandelten, erhielt parallel dazu auch der Kirchturm in jenen Tagen seine barocke Haube. In dieser Zeit ist wohl auch die jüngste Grabkapelle, der sogenannte „Herrenkeller“, südlich des Turms errichtet worden, in welcher die Grafen bestattet wurden.

Besondere Kostbarkeiten aus jener Zeit sind die Prinzipalstücke, die heute noch die Kirche zieren: Kanzel und Schalldeckel, der in seiner Art einmalige Abendmahlstisch aus dem Jahre 1694 mit je vier Engelsköpfen an den vier Tischbeinen. Auch die barocke Türeinfassung, die sich heute im Herrenkeller befindet, wie der etwas später geschaffene Orgelprospekt sind Beispiele hervorragender barocker Gestaltungskraft.


Gewandelte Bedürfnisse
Einbauten, die besonders für Historiker von Interesse sind, sind heute nicht mehr vorhanden. So etwa das nur noch dem Namen nach bekannte „Herrengemach“, der Sitzplatz der gräflichen Familie. Sie verschwanden bei der Instandsetzung und Umgestaltung der Kirche in den Jahren 1860 bis 1862, die hauptsächlich zum Ziel hatte, möglichst viele Sitzplätze in der Kirche zu schaffen, da die Gottesdienste des damaligen Pfarrers Jakob Gerhard Engels von sehr vielen Menschen besucht wurden. Dem in Jahrhunderten gewachsenen Kirchenraum konnte mit der letzten großen Renovierung 1954/55 weithin sein altes, traditionsreiches Gesicht zurückgegeben werden.


Geistliche Stationen auf dem Weg

Im Jahr 1563 wurde in Nümbrecht wie in allen Homburgischen Gemeinden die Reformation eingeführt. Hielt man es zunächst mit dem lutherischen Bekenntnis, führte der Graf von Sayn-Wittgenstein-Berleburg, Ludwig der Ältere, im Jahr 1605 den Heidelberger Katechismus und damit das reformierte Bekenntnis in Nüm­brecht ein, das sich bis in die Gegenwart erhalten hat.

Besondere Bedeutung für die Kirchengemeinde Nümbrecht hatte die Erweckungsbewegung im 19. Jahrhundert, deren Spuren bis in die heutige Zeit zu erkennen sind. Die prä­gende Gestalt der geistlichen Geschichte Nümbrechts war Pfarrer Jakob Gerhard Engels (1826–1897), der von 1851 bis zu seinem Tod in Nüm­brecht seinen Dienst tat.

„Engels war einer der bedeutenden Vertreter der deutschen Er­weckungs­bewegung des 19. Jahrhunderts.“ Mit dieser nüchternen Feststellung ordnet die Neue Deutsche Biographie Engels in das kirchlich-geistliche Geschehen der Vergangenheit ein. Dies ist schon erstaunlich bei einem Mann, dessen Lebens- und Wirkungsgeschichte fast ausschließlich auf Köln, die Stadt seiner Jugend, auf das Oberbergisch-Bergische, den Niederrhein und das Siegerland begrenzt war.

Engels blieb als unermüdlicher Seelsorger und an die Bibel gebundener Prediger tief im Bewusstsein seiner Gemeinde verwurzelt. Seine schlichten und gut verständlichen Predigten sprachen in die Herzen der Zuhörer. Der Gottesdienstbesuch stieg so stark an, dass der Platz in der Kirche bei Weitem nicht ausreichte und Hunderte Menschen stehend die Gottesdienste verfolgten. Nach einer in den 1850er-Jahren durchgeführten Zählung, die vom Konsistorium, der obersten kirchlichen Behörde im Rheinland, veranlasst worden war, besuchten durchschnittlich 1.700 Men­­schen den Gottesdienst.

Die Glaubenshaltung von Jakob Gerhard Engels spiegelt sich deutlich in seiner Antrittspredigt in der Nüm­brechter Kirche, die er am 19. Dezember 1851 über den Text aus Apostelgeschichte 18, 9f. hielt: „Jesus Christus ist auch der Inhalt meiner Rede … um die Person des Heilandes handelt es sich, nicht um seine Moral, nicht um seine Lehre bloß, nein, um ihn selbst und seine Person. Und noch eins will ich euch sagen: Christus soll hineingebracht werden in alle Tage, in alle Verhältnisse des menschlichen Lebens. Also nicht nur die Kanzel, nicht nur die Kirche ist der Schauplatz meines Wirkens, nein, auch außerhalb derselben muß ich … anhalten mit der Rede und darf nicht schweigen. Christus ist mein Leben, sagt der Apostel Paulus. Christus soll in uns Gestalt gewinnen und soll in unserm ganzen Leben verklärt und verherrlichet werden.“

Nach diesem „Programm“ füllte Engels in mehr als 45 Jahren seinen Dienst in der großen Landgemeinde aus. Die Segensspuren seines Wirkens haben überdauert.


Kirchbauverein
Während man sich mancherorts damit beschäftigen muss, über­flüssige Kirchengebäude einer neuen Nutzung zuzuführen, gibt es in Nüm­brecht einen Kirchbauverein. Da die bisherige Gottesdienstsstätte aus dem Jahr 1888 baufällig ist, hat sich am 6. April 2003 der „Kirchbauverein Harscheid e.V.“ gegründet. Angesichts fehlender Kirchensteuer­mittel erinnerte man sich daran, dass auch der Bau der Hauptkirche in Nüm­brecht ursprünglich privat finanziert worden war. Durch Spenden und kreative Aktionen sind die ersten 150 000 Euro der anvisierten 500 000 Euro bereits eingegangen.


Die Evangelische Kirchen­gemeinde Nümbrecht heute
Mittlerweile sind aus der einen Pfarrstelle, die es zu Zeiten von Engels gab, drei Pfarrbezirke geworden: Der untere Pfarrbezirk mit den Hauptorten Harscheid und Berkenroth, der mittlere Pfarrbezirk mit dem Hauptort Nümbrecht, der obere Pfarrbezirk mit den Hauptorten Winterborn sowie Bierenbachtal.

Im Leitsatz unserer Gemeindekonzeption heißt es: „Leben mit Jesus hat Folgen. Unser Zentrum ist Jesus Christus, der gekreuzigte und auferstandene Gottessohn. Unsere Grundlage ist die Bibel, das Wort Gottes. Unser Ziel ist das Wachsen der Gemeinde Jesu Christi durch das Wirken des Heiligen Geistes. Dazu wollen wir in Hingabe Jesus Christus folgen, in Liebe aufeinander achten, uns gegenseitig stärken und ermutigen, Menschen zum Glauben an Jesus Christus führen, uns zum Dienst in der Welt senden lassen.“


Besondere Akzente
Von hier erklären sich die Schwerpunkte, die es in unserer Gemeinde gibt. In allen Pfarrbezirken findet an jedem Sonntag Gottesdienst statt. In vielen Dutzend verschiedenen Gruppen, Kreisen, Hauskreisen und auch Chören treffen sich Woche um Woche Menschen, um in guter Tradition von Reformation und Erweckungsbewegung miteinander die Bibel zu lesen und die Gemeinschaft zu pflegen.

Eigene Diakoniestation
Seit 2003 betreibt die Kirchengemeinde in eigener Verantwortung die „Diakoniestation Nümbrecht“. Hier kümmern wir uns mit einem qualifizierten Team an Mitarbeiterinnen um Menschen, die pflege- oder hilfsbedürftig sind, und begleiten sie in schwierigen Lebenslagen.

Der ehemalige Waisensaal am Dorfplatz beherbergt heute die Diakonie­station Nümbrecht. Foto: Frank-Michael Rommert

 

Kindergarten
Im Kindergarten „Arche“ werden zurzeit 70 Kinder von einem engagierten Team von Erzieherinnen betreut. Neben vielen Erfahrungen und Lernprozessen, die die Kindergartenzeit prägen, bringen wir ihnen Gottes gewinnende Liebe nah.

Taufgespräche für Eltern
In der Regel findet pro Monat in jedem Gemeindebezirk ein Gottesdienst mit Taufen statt. Hier bemü­hen wir uns um eine verantwortliche Kindertaufpraxis: In der Taufe spricht Gott sein Rettungsangebot einem Menschen persönlich zu. Dabei bekennt sich dieser Mensch öffentlich zu Jesus Christus. Taufe kann darum nur freiwillig geschehen. Darum gibt es keine Taufe ohne die Frage, ob der Täufling getauft werden will, und ohne sein öffentliches Bekenntnis zum Glauben an Jesus Christus. Das kann ein Erwachsener selbst äußern. Bei unmündigen Kindern treten die für das Kind Verantwortlichen an seine Stelle: Eltern und Paten. Damit Eltern ihren Kindern die Bedeutung der Taufe vermitteln können, lädt die Kirchengemeinde Nümbrecht Eltern und Paten zu einer Reihe von drei einstündigen Vorbereitungsgesprächen ein. Sie greift damit eine Empfehlung der Landeskirche und unseres Kirchenkreises auf, die bei der Kindertaufe verbindliche „Taufseminare oder eine Gesprächsreihe zur Taufe“ als geeignete Instrumentarien für eine verantwortliche Taufpraxis anregt. Solche Kurse werden in immer mehr Gemeinden durchgeführt, etwa in Berlin, Cochem, Essen, Neunkirchen, Wuppertal. Eltern, die niemand finden, der auf ihr Kind aufpassen kann, können eine Kinderbetreuung im Gemeindehaus wahrnehmen.


Jugendarbeit
Die Jugendarbeit der Evangelischen Kirchengemeinde Nümbrecht wird gemeinsam mit den vier CVJM der Gemeinde (Bierenbachtal, Har­scheid, Nümbrecht, Winterborn) ver­antwortet.

Schülercafé „Alte Schmiede“
Seit Oktober 2001 existiert die Arbeit des christlichen Schülercafés „Alte Schmiede“. Das Gebäude, eine alte Schmiede, wurde komplett in Eigenarbeit umgebaut. Die Arbeit wird verantwortet durch einen Förderverein, in dem Kirchengemeinde und die vier CVJM gemeinsam Verantwortung für diese Arbeit tragen.

In der „Alten Schmiede“ gibt es zwei Angebote: Das SCHÜLERCAFÉ, geöffnet Montag bis Donnerstag ab 10.30 Uhr für Schüler in Freistunden und nach Schulschluss – und „amBOSS“, die alternative „Kneipe“ am Freitagabend von 19.30 Uhr bis 23 Uhr. In beiden Bereichen besteht die Möglichkeit, kostengünstige Snacks zu bekommen, das Internet zu nutzen, Hausaufgabenhilfe zu erhalten oder bei Problemen auch Einzelfallhilfe zu erfahren. In die Schmiede kommen Kinder und Jugendliche sowohl aus „christlicher Sozialisation“, aber auch aus eher kirchenfernem Umfeld. Auch Besucher mit Migrationshintergrund nutzen die Schmiede.

Die Arbeit wird von zwei ehrenamtlichen Teams umgesetzt, die einen starken geistlichen Rückhalt in der Gemeinde haben. Ergänzt und professionalisiert wird die Arbeit zum einen durch eine über den CVJM geführte Stelle im Rahmen des freiwilligen sozialen Jahres (FSJ), zum anderen über eine vollständig spendenfinanzierte 75-Prozent-Stelle für eine fachlich qualifizierte Sozialpädagogin. Die Schmiede versteht sich in jeglicher Hinsicht als „Glaubenswerk“ und bildet in der Jugendarbeit ein Scharnier zwischen der stark gruppenorientierten Arbeit im CVJM und der wachsenden Zahl kirchenferner und glaubensentfremdeter Kinder und Jugendlicher.

Der Jugendgottesdienst "Relate"
In der Vergangenheit ist es uns wichtig geworden Gottesdienstformen zu finden, die gerade auch junge Mendschen ansprechen und ihre Lebenswelt aufgreifen. Seit Januar 2012 gibt es in Nümbrecht den Jugendgottesdienst "Relate", der von jungen Menschen aus unserer Gemeinde gestaltet wird.
Dabei ist der Name "Relate" (engl. verbinden) Programm: Im Mittelpunkt stehen Verbindungen - zwischen Jugendlichen und Gott, zwischen Glaube und Alltag, und zu anderen Christen. Vor allem Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren sollen durch "Relate" erreicht werden. Dabei ist es schön zu sehen, dass es auch darüber hinaus interessierte Besucher gibt.
Das Vorbereitungsteam besteht momentan aus ungefähr zehn Mitarbeitern zwischen 17 und 25 Jahren. 

Michael Ebener, Pfarrer