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Mediothek
Neuer Service:
Wissen welche Medien im Kirchenkreis verfügbar sind, abfragen, ob sie gerade ausgeliehen sind und vorbestellen. Das ist der neue Service, den Sie durch das Schulreferat ab sofort erhalten.
Werden Sie Mitglied, erhalten Sie einen Leserausweis und schon können Sie für kirchliche Zwecke und Unterrichtsvorbereitung Medien ausleihen.
Öffnungszeiten:
Montag - Donnertag
11.00 - 14.00 Uhr
Gemeindebüro
Klaswipper 37, 51688 Wipperfürth, Telefon (02269) 355, E-Mail: klaswipper(at)ekir(dot)de
Pfarrer
Pfarrer Thomas Ruffler, Klaswipper 37, 51688 Wipperfürth, Telefon (02269) 355, Fax (02269) 180618, E-Mail: thomas-ruffler(at)ekir(dot)de
Internet
Jahrzehntelang musste die Gemeinde auf ein eigenes Kirchengebäude warten und Gottesdienst im Freien, im Pferdestall oder in einer Notkirche feiern. Als sie endlich bauen konnte, bekam sie eine Kirche „von der Stange“.

- Der schlichte klassizistische Rundbogenbau wurde zur Kostenersparnis errichtet. Wie in Klaswipper, so entstand auch in anderen Dörfern und kleinen Städten Preußens eine Rundbogenkirche nach dem Konzept Schinkels. Foto: Thomas Ruffler
Am Oberlauf der Wupper gelegen, im südöstlichen Zipfel des Herzogtums Berg, an der Grenze zur Grafschaft Mark und zur Herrschaft Gimborn-Neustadt, gehörte das Gebiet der heutigen Kirchengemeinde zum katholischen Kirchspiel Wipperfürth. Im benachbarten Rönsahl schließt man sich bereits 1560 der Reformation an. So kommen auch die Bergischen mit dem lutherischen Glauben in Berührung.
Gottesdienste im Pferdestall
Das Begehren, eine eigene Gemeinde und Kirche zu errichten, wird aber lange Zeit zurückgewiesen. Erst 1788 erlaubt der bergische Herzog Karl Theodor von der Pfalz die Gründung der evangelischen Gemeinde. Am 28. April 1789 wird der junge Friedrich Vogt zum ersten Pfarrer gewählt.
Der Kirchbau – so die Auflage – muss aber im Stadtzentrum von Wipperfürth erfolgen, das aber für die meisten Gemeindeglieder ungünstig zu erreichen war. Die 1793 eingeweihte Kirche wird bereits zwei Jahre später beim großen Stadtbrand ein Raub der Flammen. Übrig blieben nur hohe Schulden. In der Folge wurde wenigstens 1802 die Erlaubnis erteilt, den Kirchsitz von Wipperfürth nach Nieder-Klüppelberg zu verlegen. Damit kam zustande, was man von Anfang an erreichen wollte. Jetzt lag der Kirchort im Mittelpunkt der Gemeinde. Vierzig Jahre lang wurde der Gottesdienst in ehemaligen Pferdeställen und anderen „Notkirchen“ gefeiert. Aber 1835 bis 1837 konnte „zu Claswipper“ eine neue Kirche gebaut werden. Am 13. Februar 1837 wurde sie unter großer Anteilnahme eingeweiht. Der mittlerweile 80-jährige Pfarrer Vogt hat diese besondere Fügung noch erleben können und die erste Predigt in der neuen Kirche gehalten.
Vorrang für die Schule
Der Kirchengemeinde lag die Schulunterweisung der Kinder mehr am Herzen als andernorts üblich. Sie berief den ersten Lehrer. Lehrer Wellenbeck hatte so einen guten Ruf, dass die evangelischen Kinder aus dem ganzen Kirchspiel herbeiströmten. Es musste ein neues Schulgebäude her. Dafür wurde sogar der Neubau der Kirche zurückgestellt.
In Ohl entstand ein für die damalige Zeit sehr großzügiges Gebäude mit zwei Klassenräumen und zwei Lehrerwohnungen. Von 1830 bis 1956 hat es als Schule gedient und präsentiert sich auch heute noch als stattliches Gebäude im klassizistischen Stil. Von 1956 bis 2006 wurde es von einer Bank genutzt. Nach Umbaumaßnahmen steht das Gebäude seit März 2007 als Bürgerhaus zur Verfügung.
Mehrfach umgestaltet
Wenn man die Dorfkirche betritt, vermittelt sich dem Besucher ein besonderes Raumgefühl. Sofort fallen die dorischen Säulen und Pilaster ins Auge sowie die Farbgebung in Grau-, Blau- und Rosa-Tönen. Die klassizistische Formensprache vermittelt den Eindruck einer schlichten, zweckmäßigen Schönheit. Dreiseitig umlaufende Emporen bestimmen den Charakter des Kirchenschiffes.
Durch einen Gang getrennt befindet sich vor der Kanzel der Altar. Er stand ursprünglich auf drei Stufen. Heute ist nur noch eine Stufe vorhanden. Altar und Kanzelprospekt sind mit Schnitzwerk versehen. Um die Ausschmückung der Kirche zu vervollständigen, wurden vor 170 Jahren ein Kruzifix und zwei hölzerne Kerzenleuchter in Auftrag gegeben. Sie stammen aus der Werkstatt des Bildhauers C. Stephan aus Köln.
Die Decke wurde mehrfach umgestaltet. Das ursprünglich vorgesehene Tonnengewölbe musste zunächst vom Baumeister aus Kostengründen auf eine flache Decke reduziert werden. Die verursachte aber schon beim Einbau der ersten Orgel Probleme. 1914 wurde die Decke herausgenommen und durch ein zweifach gebrochenes Tonnengewölbe aus Edelholzkassetten ersetzt. Erst nach einem späteren Farbanstrich wurde das Kircheninnere besser beleuchtet.
Orgel
Die erste Orgel wurde 1852 aufgestellt. Sie hatte zwanzig Register und war preisgekrönt. Ihr Erbauer war die Firma Ibach und Söhne.
Der Einbau der zweiten Orgel erfolgte 1915 von der Fa. Faust aus Schwelm. Diese Orgel verfügte über achtzehn Register.
Nach einem mit der Denkmalpflege abgestimmten Entwurf des Orgelprospekts baute Willi Peter aus Köln eine neue Orgel. Die Disposition blieb auf zehn Register beschränkt.
Gemeindearbeit mit Konzept
Die Kirchengemeinde versucht derzeit, die Gemeindearbeit unter einem Konzept zu strukturieren, und hat dabei Säulen der Gemeindearbeit festgelegt:
Verkündigung
Gottesdienste und Andachten finden in Klaswipper und Kupferberg statt. In der „Schulstadt“ Wipperfürth pflegt die Gemeinde Kontakte zu den Schulen in Form von Schulgottesdiensten, Kontaktstunden, Schulendtagen. Fruchtbare Begegnungen entstehen in gemeinsamer Konfirmandenarbeit und Konfirmation mit der Schule für Geistigbehinderte, der Anne-Frank-Schule Wipperfürth. Ökumenische Verbindungen werden insbesondere durch die Feier des Weltgebetstags der Frauen gepflegt. Vor allem Familien versuchen wir durch „Punkt- 11“-Gottesdienste zu erreichen, die mit einem gemeinsamen Mittagessen abschließen.
Stützen und stärken
Wir bieten Seelsorge und einen Besuchsdienst, insbesondere für Gemeindeglieder ab 70 zum Geburtstag. Wir sind eingebunden in die Notfallseelsorge von Polizei und Rettungswesen.
Gemeinschaft (er)leben
Bei unserer „Offenen Tür“ begegnen sich Jung und Alt beim Sonntagnachmittagskaffee im Gemeindehaus. Das jährliche Gemeindefest als offene Einladung wird von vielen Mitbürgern wahrgenommen. Durch die Mitwirkung des Kindergartens treffen sich auf diesem Fest alle Generationen. Alle zwei Jahre wird zum 1. Advent ein gemütlicher Adventsmarkt vor der Kirche aufgebaut. Hier wird Kunsthandwerkliches und Handgearbeitetes angeboten, sodass der Markt inzwischen ein Geheimtipp ist. Geschätzt wird auch die besondere Atmosphäre bei den Osterfrühstücken am Ostersonntag um 7 Uhr und dem Familienfrühstück am Ostermontag.
Mit verschiedenen Themen der Erwachsenenbildung befasst sich das sehr gut besuchte „Frauenfrühstück“.
Kinder und Jugendliche
In jüngster Zeit haben aufwendig inszenierte Musicals für Begeisterung gesorgt. Bei der beliebten Kinderbibelwoche besteht großer Andrang. Für die mit der Gemeinde Wipperfürth organisierten ortsnahen Ferienaktionen „Kids in action“ besteht große Nachfrage. Unser „Kindercafe“ wurde auf mehreren Kirchentagen als erfolgreiches Projekt präsentiert. Wir nehmen auch am Jugendcamp unserer Landeskirche teil.
Seit 1992 besteht der architektonisch sehr gelungene evangelische Kindergarten Klaswipper, eine zweigruppige integrative Tageseinrichtung für Kinder.
Öffentlichkeitsarbeit
Der Gemeindebrief wird zusammen mit der Gemeinde Wipperfürth herausgegeben. Dadurch machen wir eine breitere Öffentlichkeit auf die gemeindlichen Angebote aufmerksam. Auf besondere Ereignisse weisen wir durch Zeitung, Flugblätter und unsere Schaukästen hin. Die Kirchengemeinde legt Wert auf die Zusammenarbeit mit den örtlichen Vereinen, die sich in gemeinsamen Aktionen bewährt.
Museum in der Kapelle
Die Kriegsereignisse hatten den Zustrom vieler Flüchtlinge und Heimatvertriebenen in unsere Region zur Folge. Das Konzept „Kirche der kurzen Wege“ führte 1954 zum Bau der Kapelle Kempershöhe und 1964 des Gemeindezentrums Kupferberg.
Durch den Strukturwandel und die finanziellen Veränderungen hat sich die Gemeinde 2006 von der Kapelle Kempershöhe getrennt. Sie dient jetzt der Unterbringung einer historischen Sammlung mechanischer Musikinstrumente in Privathand. Das Gemeindezentrum Kupferberg besticht nach wie vor durch seine variablen Nutzungsmöglichkeiten.
Kontakte in die neuen Bundesländer
Seit 1961 besteht Kontakt zur Gemeinde Neumarkt/Jüterbog in Brandenburg. Aus anfänglichen Brief- und Paket-Kontakten entwickelten sich persönliche Beziehungen durch Besuche ab 1985. Nach dem Fall der Mauer konnten sie durch regelmäßige wechselseitige Besuche intensiviert werden. Aus diesen Erfahrungen ist ein besonderes Interesse an den neuen Bundesländern gewachsen. Mehrere Gemeindefahrten etwa nach Berlin, Dresden, Leipzig, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern führten zu Einblicken „aus erster Hand“.
Thomas Ruffler, Pfarrer






