Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Donnerstag, 20. Juni 2013:
Losungstext:
HERR, lass den Geringen nicht beschämt davongehen.
Psalm 74,21
Lehrtext:
Jesus sprach: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.
Matthäus 25,40

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Mediothek

Neuer Service:
Wissen welche Medien im Kirchenkreis verfügbar sind, abfragen, ob sie gerade ausgeliehen sind und vorbestellen. Das ist der neue Service, den Sie durch das Schulreferat ab sofort erhalten.

Werden Sie Mitglied, erhalten Sie einen Leserausweis und schon können Sie für kirchliche Zwecke und Unterrichtsvorbereitung Medien ausleihen.

Öffnungszeiten:
Montag - Donnertag
11.00 - 14.00 Uhr

Online Zugriff

Gemeinsames Pastorales Amt

Pfarrer Heiner Karnstein
In der Au 10, 51597 Morsbach-Holpe,
Telefon (02294) 8787, Fax (02294) 900212,
E-Mail:  heiner.karnstein(at)ekhm(dot)de

Gemeindereferentin Karin Thomas
Mozartstr. 42, 51597 Morsbach
Telefon (02294) 1884, Fax (02294) 900212
E-Mail:   karin.thomas(at)ekhm(dot)de

Internet

www.ekhm.de

Bis heute ist der kleine Ort Holpe mit nur 400 Einwohnern der historisch gewachsene Hauptort der Evangelischen Kirchengemeinde Holpe, zu der aktuell noch weitere 69 Ortschaften gehören. Vier davon liegen sogar in Rheinland-Pfalz. Die Einzelpfarrstelle betreut etwa 2.800 Protestanten in den beiden Gemeinde­bezirken Holpe und Morsbach.

Die Kirche in Holpe hat eine Vorläuferin, die bereits 1197 im Besitzverzeichnis des Bonner Cassiusstiftes erwähnt wird. Foto: Frank-Michael Rommert

 

Seit etwa 1560 gibt es in dem heute zur Kommunalgemeinde Morsbach gehörenden Ort Holpe eine evangelische Gemeinde. Eine ihrer Gottesdienststätten ist die ursprünglich romanische Kirche, deren Vorläuferin bereits 1197 im Besitzverzeichnis des Bonner Cassiusstiftes verzeichnet ist.

Deutlich vor 1500 erhielt die Kapelle ihren gotischen Chorraum. Ebenfalls aus dieser Zeit stammt die Ausmalung, die 1955 bei der letzten großen Renovierung freigelegt wurde.
Die Glocke im Dachreiter stammt von 1508 und trägt die Inschrift „Nur Jhesus ist der Name min und Maria, der Jungfrauen“. Während des Zweiten Weltkrieges wurde sie beschlagnahmt, jedoch nicht eingeschmolzen. Im Herbst 1947 kehrte sie unter großem Jubel der Bevölkerung in den Dachreiter zurück. Erst 2001 entdeckte man auf dieser Glocke ein Pilgerzeichen aus Loreto. Der Name Holpe könnte durchaus von einem Marienort „Merrien-Hölffe“ (Maria hilf) abgeleitet sein.


Räume schaffen im Bezirk Holpe

Zwanzig Jahre nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde die Kapelle erweitert: Das Schiff wurde erhöht, saalarti­ge Fenster gebrochen und der Dachreiter gebaut. Durch den Einbau einer Empore können in der von außen klein wirkenden Kirche rund 250 Menschen im Gottesdienst Platz finden. Die zweite, 1672 gegossene Glocke stammt vom Ende dieser Umbauphase.


Räume schaffen im Bezirk Morsbach
1905 konnten die in der oberbergischen Diaspora lebenden Protestanten über einen Kirchbauverein in Morsbach ein Grundstück erwerben und mit großer Unterstützung des Gustav-Adolf-Werkes die kleine Gustav-Adolf-Kapelle bauen. Dort wurden von Holpe aus Filialdienste in größerem zeitlichen Abstand angeboten.

In der Zeit des Zweiten Weltkrieges kamen immer mehr Protestanten in das ursprünglich rein katholische Morsbach. Die baufällige Kapelle wurde durch das evangelische Gemeindezentrum ersetzt, dessen Grundsteinlegung im Juni 1977 erfolgte. Neben dem gewachsenen oberbergischen Stammbezirk Holpe entwickelte sich ein Zuzugsbezirk Morsbach, der vielen Evangelischen, die ihre alte Heimat verlassen mussten, zur neuen Heimat wurde. Heute beträgt der Anteil der Protestanten 25 Prozent der Gesamtbevölkerung der Kommune Morsbach.

Auf besonders große Resonanz stieß der Bau eines Glockenturms 2003 – verbunden mit einer intensiven Umbau- und Renovierungsphase des Gemeindezentrums. „Jetzt haben wir eine richtige Kirche!“ Besonders bemerkenswert: Die beiden „jungen“ Glocken wurden in derselben Grube in Gescher gegossen wie die Geläute der katholischen Pfarrkirche „St. Gertrud“ in Morsbach und „St. Mariä Heimsuchung“ in Holpe. Dies ist ein „zufälliges“ Symbol des guten ökumenischen Miteinanders von evangelischer Gemeinde und drei katholischen Pfarrgemeinden im Gebiet.


Miteinander Räume schaffen …
Dankbar blicken wir auf eine Gemeindeaufbauarbeit, in der es gelungen ist, die Gemeindeglieder auf einem so großen Gebiet und in zwei so unterschiedlich geprägten Gemeindebezirken zusammenwachsen zu lassen. Ein sehr engagiertes Presbyterium hat mit ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitenden gemeinsam Räume geschaffen, in denen für viele Menschen christliches Gemeindeleben erfahrbar wird.

Zu den Grundvoraussetzungen unserer Gemeindearbeit gehört die intensive Zusammenarbeit mit drei Grundschulen, einer Haupt- und einer Realschule. Daneben legen wir großes Augenmerk auf die Integra­tion und Begleitung älterer Menschen, die in privaten Einrichtungen der Altenhilfe leben. Nicht zuletzt gibt es diakonische Akzente durch das Miteinander im Behindertenzentrum St. Gertrud, das sich in katholischer Trägerschaft befindet. Einen Kindergarten in evangelischer Trägerschaft gibt es nicht, wohl aber ein gutes Miteinander mit den sechs Kindertagesstätten im Gemeindegebiet.


... damit Menschen Gott erfahren und in Gemeinschaft leben können

Unter diesem Leitbild begegnen wir den Herausforderungen unserer unterschiedlichen Bezirke:

... als Ehrenamtliche:
Ehrenamtliche jeden Alters finden bei uns Raum, um sich mit ihren Gaben einzubringen. Ihre Beteiligung an Entscheidungen wie etwa beim Umbau unseres Gemeindezentrums, beim Bau des Glockenturms und bei der Einstellung von Personal ist wichtig. Auch bei der jährlichen Planung werden die Ziele gemeinsam erarbeitet und festgelegt. Dazu ist aus jedem Arbeitsbereich mindestens eine verantwortliche Person eingeladen.

Uns ist es wichtig, dass die Ehren­amtlichen in ihrem geistlichen Leben und in der Entwicklung ihrer Persönlichkeit gefördert werden und Freiräume haben, um sich auszuprobieren. Auch die Wertschätzung und der Dank kommen nicht zu kurz: Neben Geburtstags- und Weihnachtsgeschenken gibt es in jedem „Kleinteam“ ein Dankeschön, etwa in Form eines Abendessens. Einmal im Jahr werden alle Mitarbeiter zum „Feierkreis“ eingeladen: mit geistlichem Austausch, gemeinsamen Abendessen und einem anspruchsvollen Programm wie zum Beispiel Kabarett.

Die Beteiligung von Ehrenamtlichen in Ausschüssen ist allerdings noch ausbaufähig.

... mit unterschiedlichen Gottesdienstformen:
Neben den liturgischen Sonntagsgottesdiensten wollen wir Räume besonders für Familien, Kinder und Jugendliche schaffen. Der Kurparkgottesdienst hat dabei die nied­rigste Schwelle. Auch katholische Geschwister lassen sich dazu einladen. Weitere drei Familiengottesdienste bieten wir zum Teil mit anschließendem Essen an, um eine Teilnahme zu erleichtern.

Ein besonderer Höhepunkt ist unsere Osternacht mit anschließendem Frühstück. Vier Mal im Jahr findet der Jugendgottesdienst „holy.com“ statt. Er wird von einem Team Ehren- und Hauptamtlicher vorbereitet. Die Jugendlichen gestalten unterschiedliche Gottesdienste durch „Mit-Mach-Stationen“, Meditationen oder Dialog­predigten. Alle diese Gottesdienste werden kirchenmusikalisch begleitet durch den Posaunenchor (gegründet 1919), den Kirchenchor (Ursprung ca. 1885) oder durch „Projekt-Bands“, um auch jugendliche Talente mit einzubeziehen.

Der Kindergottesdienst ist unser Sorgenkind: Er findet parallel zu den späteren Gottesdienstzeiten, abwechselnd in den Bezirken statt. Viel wurde schon versucht: mit Frühstück, Eltern-Kind-Tag – aber leider lassen sich nur wenige Familien davon ansprechen. Hier müssen wir neue Räume erschließen.

... beim gemeinsamen Lernen:
Seit der Leitbildentwicklung im Jahre 1997 ist uns die bezirksverbindende Arbeit wichtig: Die Menschen in den so unterschiedlichen Bezirken sollen Raum bekommen, um sich kennenzulernen, sich gegenseitig zu bereichern und zusammenzuwachsen. Der vor zehn Jahren entstandene Frauen­abend­kreis findet deshalb abwechselnd in Holpe und Morsbach statt. Dieses Modell wurde inzwischen für viele Angebote übernommen. Auch die Arbeit der hauptberuflich Mitarbeitenden wurde in diesem Sinne umstrukturiert.

Nicht nur das gegenseitige Lernen über die Bezirksgrenzen hinaus ist uns wichtig, sondern auch das Miteinander von Jung und Alt. In der Frauen­arbeit gibt es beim Weltgebetstag, beim Fest der Frauen und bei einem gemeinsamen Ausflug Begegnungsmöglichkeiten.
Eine weitere Gelegenheit, bei der Jung und Alt ins Gespräch kommen, bietet unsere „Atempause“ – die Bibel-Erlebnis-Abende in der Passionszeit.

Auch im Presbyterium ist uns das gegenseitige Lernen wichtig. Dazu suchen wir das Gespräch mit den unterschiedlichen Mitarbeiterteams unserer Gemeindegruppen. Aber auch die von den Mitgliedern im Wechsel gestaltete Andacht hilft uns, geistlich miteinander und zueinander zu wachsen.

... in der Verantwortung für Benachteiligte:
Gott und Gemeinschaft erfahren – dabei ist das diakonische Handeln unverzichtbar. Ein kleines, aber feines Pflänzchen ist unsere „Fundgrube“: Seit 15 Jahren werden in diesem „Lädchen“ unter ökumenischer Trägerschaft gespendete Kleidung und Haushaltsgegenstände verkauft. Von den 200 bis 300 Euro Einnahmen pro Monat werden bedürftige Familien in unserem Ort, Kleidertransporte zu Kinderheimen in Osteuropa sowie andere karitative Einrichtungen unterstützt. Da sich die 16 hier mitarbeitenden Frauen ehrenamtlich einbringen, kann der gesamte Erlös weitergegeben werden.

... mit Weitblick:
Der Blick in die Welt und das Handeln dort sind uns wichtig: Wir unterstützen verschiedene Missionare durch Kollekten und geben den Zehnten aus bisherigen Überschüssen weiter. Zudem unterstützen wir die ökumenische Initiative „Weltladen Morsbach e.V.“ personell und finanziell, damit das Bewusstsein für gerechtes Handeln gestärkt und gefördert wird.

… für „Profile“:
Die Arbeit für Kinder, Jugendliche und Familien bildet einen wichtigen Schwerpunkt. So gibt es eine Krabbelgruppe, Familiengottesdienste und rund 40 Schulgottesdienste an den fünf Schulen vor Ort. Darüber hinaus gestalten wir Freizeitangebote in Kinder- und Jugendgruppen, KinderKirchenTage und Ferienfreizeiten in den Oster- und Sommerferien mit je rund 60 Teilnehmenden. Und natürlich gehören auch Konfirmandenunterricht und Mitarbeiterbegleitung in die Angebotspalette.

Damit auch weiterhin Kinder und Jugendliche den Glauben leben und Persönlichkeit entwickeln können, hat unsere Kirchengemeinde einen Förder­kreis gegründet. Der Name „Profile“ steht als Symbol dafür, dass Kinder und Jugendliche durch den Glauben ihr eigenes, zukunftsweisendes Profil entwickeln und festigen können – so, wie eine gute, profilierte Schuhsohle sicheren Halt auf allen möglichen Wegen und Straßen gibt, auf denen sie sich bewegen.

Die Kinder und Jugendlichen sind Ihnen dankbar, wenn möglichst viele Menschen ebenfalls „Profil“ zeigen, indem sie den Förderkreis finanziell unterstützen.

Heiner Karnstein, Pfarrer
Karin Thomas, Gemeinde­referentin