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Mediothek
Neuer Service:
Wissen welche Medien im Kirchenkreis verfügbar sind, abfragen, ob sie gerade ausgeliehen sind und vorbestellen. Das ist der neue Service, den Sie durch das Schulreferat ab sofort erhalten.
Werden Sie Mitglied, erhalten Sie einen Leserausweis und schon können Sie für kirchliche Zwecke und Unterrichtsvorbereitung Medien ausleihen.
Öffnungszeiten:
Montag - Donnertag
11.00 - 14.00 Uhr
Beratungsstelle „Haus für Alle“ in Waldbröl
Evangelische Beratung als Erziehungs-, Familien- oder Ehe- und Lebensberatung gehört zu den diakonischen Kernaufgaben kirchlicher Dienste am Menschen. Die Kirche sieht es als eine ihrer Aufgaben an, die Menschen auf ihrem Weg durchs Leben mit ihrer Hilfe zu begleiten.
Beratung als Aufgabe der Kirche
In unserem Leitbild heißt es: „Beratung ist ein Grundmodell für praktizierte Annahme im kirchlich-diakonischen Kontext und ist insofern auch eine Wesensäußerung der Kirche.“ Dies äußert sich auch darin, dass Ratsuchende ohne Ansehen der Person und ohne Voraussetzung von Konfessionszugehörigkeit willkommen sind. „Nehmet einander an, wie Christus euch angenommen hat“ (Römer 15, 7).
Deshalb haben beide Kirchen in Deutschland ein Netzwerk von Beratungsstellen aufgebaut, das inzwischen rund 500 Stellen umfasst. Beratungsstellen haben sich aus gesellschaftlichen Erfordernissen heraus entwickelt, die mit Veränderungen und Orientierungskrisen wie der Auflösung traditioneller Familienstrukturen, Zunahme von Trennungen und Scheidungen und damit zusammenhängenden Patchwork-Familiensituationen zu tun haben. Beratung wird von immer mehr Menschen in Anspruch genommen.
Paar- und Eheberatung
In die Beratungsstelle „Haus für Alle“ in Waldbröl kommen Menschen mit Fragen und Sorgen rund um das Thema Paarbeziehung. Die Anmeldung erfolgt entweder von Beginn an zu zweit, oder einer der Partner erscheint zunächst allein. Gegebenenfalls kommt der Partner bzw. die Partnerin zu einem späteren Zeitpunkt dazu. Häufig genannte Konfliktfelder im Bereich der Ehe- und Paarberatung sind Kommunikationsstörungen, Alltagsprobleme, Rollenverteilung, Unstimmigkeiten von Paar- und Elternebene, Kinderwunsch, Schwangerschaft und Sexualität.
Nicht immer gelingt im Beratungsverlauf eine harmonisierende Wiederannäherung der Partner. Manchmal können die Gespräche auch dazu führen, dass eine Unvereinbarkeit der Partnerschaftswünsche und -vorstellungen beider Beteiligter festgestellt werden muss, sodass der Realität von Trennungsgedanken Rechnung getragen werden muss. Auch für dieses Themenfeld stehen die Berater und Beraterinnen zur Verfügung.
Trennungsberatung findet statt, wenn es bei der Umsetzung einer Trennung nicht nur um die Einigung über Besitzverhältnisse und Unterhaltsansprüche geht, sondern wenn auch Kinder am Geschehen beteiligt sind, für die eine tragfähige Kontaktmöglichkeit mit dem abwesenden Elternteil geschaffen werden muss. An dieser Stelle bietet sich nicht selten eine Kooperation mit den Kollegen und Kolleginnen der Abteilung Erziehungsberatung in unserem Haus an, deren Angebot, wie etwa für Kinder die Gruppe für Trennungs- bzw. Scheidungs-Kinder, ergänzend in Anspruch genommen werden kann.
Die Paar- und Eheberatung ist wie die Einzelberatung im Grundsatz kostenlos. In unserer Einrichtung wird kein Paar wegen finanzieller Engpässe abgewiesen. Eine Spendenbitte wird allerdings zu Beginn eines Beratungsprozesses regelmäßig geäußert.
Einzelberatung
Immer mehr Ratsuchende melden sich in existenziellen Notsituationen, die durch den Verlust des Arbeitsplatzes entstehen, zur Beratung an. Andere Ratsuchende sind auf der Suche nach Verwirklichung ihrer Lebensvorstellungen, manche sind auf der Suche nach Erfüllung und Sinn in ihrem Leben. Einige stehen vor dem Übergang in eine neue Lebenssituation, etwa dem Auszug aus dem Elternhaus oder dem Eintritt in den Ruhestand.
Manche Ratsuchende leiden unter Vereinsamung und haben Schwierigkeiten im sozialen Bereich. Oftmals spielen Ängste eine große Rolle, daneben sind emotionale Labilitäten eine empfundene Einschränkung. Viele haben seelische Beschwerden, verbunden mit körperlichen Beeinträchtigungen. Probleme im Arbeits- und Leistungsbereich stehen bei einigen im Zentrum. Manche Menschen kommen nach schweren Schicksalsschlägen und Verlusterlebnissen zu uns. Familiäre Konflikte und Unsicherheiten im Umgang miteinander sind ebenfalls häufig genannte Gründe.
Worum geht es in der Lebensberatung?
In der Lebensberatung geht es dann darum, etwas von der Lebenswelt und Lebensgeschichte der Ratsuchenden kennenzulernen. Es gilt herauszufinden, wo für sie die Probleme angesiedelt sind, welche Wünsche nach Veränderung bestehen, wie diese Veränderungen ablaufen sollen und welches Ziel erreicht werden soll.
Bei der Beschreibung der Situation wird darauf geachtet, welche Bedingungen als problematisch erlebt werden, welche eigenen Anteile die Ratsuchenden in dieser Situation erkennen, welche Hilfsmöglichkeiten bekannt sind und welche Veränderungsversuche bereits unternommen wurden. Es wird auf die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, geachtet und die Entscheidungsfindung unterstützt.
Wie laufen Beratungen ab?
Vorausgesetzt, es entsteht ein Vertrauensverhältnis zwischen Ratsuchenden und Berater, können die Gespräche sehr unterschiedlich verlaufen. Das hängt von der Vielschichtigkeit der Problemsituation ab. Auch die Motivation der Ratsuchenden und die Bereitschaft, die eigenen Anteile an der Problemsituation zu sehen und sie zu verändern, sind mitentscheidend für den Verlauf einer Beratung. Ratsuchende Menschen erfahren in den Beratungsgesprächen Unterstützung darin, ihre Selbsthilfekräfte und Fertigkeiten zu entdecken und aus eigener Kraft ihre kritische Lebenssituation zu bewältigen. Ziel ist, wo Veränderungen erwünscht und möglich sind, sie zu veranlassen oder aber zu lernen, sich mit Unveränderbarem zu arrangieren oder nach überstandenen Krisen wieder zu einem inneren Gleichgewicht und zu neuer Handlungsfähigkeit zu kommen.
Es geht bei Beratung nicht so sehr darum herauszufinden, ob jemand gesund oder nach bestimmten Kriterien als krank einzustufen ist, sondern in welcher persönlichen Konfliktsituation oder Notlage sich jemand befindet und um welche Unterstützung er oder sie nachfragt. Der Beratungsprozess kann als ein einmaliges Gespräch stattfinden oder längerfristig in regelmäßigen Zeitintervallen.
Erziehungs- und Familienberatung
Die Erziehungs- und Familienberatung im „Haus für Alle“ bietet psychologische Beratung bezüglich Erziehungs-, Entwicklungs- und Familienfragen an. Schwerpunkt der Arbeit ist die Beratung von Familien, Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen.
Viele Anmeldungen beziehen sich auf allgemeine Entwicklungs- und Erziehungsfragen, beispielsweise auf den Umgang mit Regeln und Grenzen. Des Weiteren nehmen Eltern Beratung in Anspruch, deren Kinder Verhaltensauffälligkeiten wie Aggressivität, Ängste, Schwierigkeiten im Sozialverhalten oder übermäßige motorische Unruhe zeigen oder durch psychosomatische Reaktionen wie Einnässen, Kopf- und Bauchschmerzen sowie Schlaf- und Essstörungen auffallen. Bei einem weiteren Teil der Anmeldungen stehen Schulschwierigkeiten im Vordergrund: Konzentrationsmangel, Leistungsverweigerung, auffälliges Sozialverhalten, motorische Störungen, Über- oder Unterforderung, Schüler-Lehrer-Konflikte, Mobbing und Schulängste. Beraterische Unterstützung wird in einigen Fällen auch bei Gewalterfahrungen und sexuellem Missbrauch oder Verdacht darauf gesucht.
Die Zahl der Trennungen und Scheidungen hat in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen. Pro Jahr sind davon in Deutschland etwa 150.000 Kinder betroffen. Ungefähr 40 Prozent der Anmeldungen beinhalten Beratung bei Trennung bzw.Scheidung und Vermittlung zwischen hochstrittigen Eltern. Die Beratung wird auch von Jugendlichen und jungen Erwachsenen genutzt, die sich zum Beispiel unsicher, unzufrieden oder unverstanden fühlen, Konflikte mit Eltern, Freunden, in der Schule, Ausbildung, am Arbeitsplatz oder in der Beziehung haben oder sich mit Fragen zu Freundschaft, Liebe, Zukunftsperspektiven und Erwachsenwerden beschäftigen. Die Erziehungs- und Familienberatung versteht sich als Hilfe zur Selbsthilfe. Gemeinsam mit den Ratsuchenden werden Lösungsansätze erarbeitet, um belastende, blockierende und konfliktreiche Situationen verändern zu können.
Ziel ist es, die Kompetenzen der Einzelnen und/oder Familien zu stärken und individuelle Fähigkeiten und Ressourcen nutzbar zu machen bzw. auszubauen. Dies geschieht anhand von Gesprächen, kreativen und darstellenden Methoden wie dem Familienbrett oder Rollenspielen und spieltherapeutischen Elementen. Beratung können Eltern, Kinder, Jugendliche und weitere Familienangehörige, aber auch andere Bezugspersonen wie zum Beispiel Lehrer und Lehrerinnen oder Erzieherinnen und Erzieher in Anspruch nehmen.
Darüber hinaus bestehen Kooperationen mit diversen Institutionen wie Jugendämtern, Schulen, Kindertagesstätten, anderen kirchlichen Einrichtungen und Verbänden, dem Familiengericht, anderen Beratungsstellen, Kinderärzten, ergotherapeutischen Praxen, Kinder- und Jugendlichentherapeuten etc. Die Erziehungs- und Familienberatung ist in die kommunale Jugendhilfeplanung eingebunden.
Im Rahmen der präventiven Arbeit werden Gruppen für Kinder und Eltern angeboten. Dazu gehören die Trennungs-/Scheidungs-Kindergruppe, Kurse für Eltern von hyperaktiven und/oder aufmerksamkeitsgestörten Kindern (Kölner-Eltern-Training KET) sowie Kurse für Eltern von Jugendlichen.
Die Pubertät ihrer Kinder beschäftigt viele Eltern, hier besteht besonders große Nachfrage. Daher findet im „Haus für Alle“ regelmäßig der Elternkurs „Pubertät: Aufbruch, Umbruch – kein Zusammenbruch©“ statt.
Supervision
In einem gewissen zeitlichen Kontingent wird im „Haus für alle“ auch Supervision angeboten, eine Beratungsform zur Förderung der beruflichen Kompetenz. In der Supervision geht es nicht um eine informative fachliche Weiterbildung, sondern um die Ebene der Reflexion und Entwicklung des eigenen beruflichen Handelns unter Berücksichtigung vorhandener Ressourcen. Supervision kann entweder als Einzelprozess oder in Form von Gruppen- oder Team-Supervision erfolgen.
Letztere Supervisionsform wird im „Haus für Alle“ zurzeit insbesondere von Kindertagesstätten-Teams in Anspruch genommen, ist aber grundsätzlich für alle Berufsgruppen mit Reflexionsbedarf offen. Die Einrichtungen der Teams befinden sich in evangelischer oder anderweitiger Trägerschaft.
Eine Sonderform ist die „Leitungs-Supervision“. Auch dieses Angebot besteht grundsätzlich in der Waldbröler Beratungsstelle und ist ebenfalls als Einzel- oder Gruppenprozess denkbar.
Dipl.-Psychologe Friedhelm Schnieder, Leiter der Beratungsstelle für Erziehungs-, Ehe-, Familien- und Lebensfragen, Waldbröl
Adresse
Beratungsstelle für Erziehungs-, Ehe-, Familien- und Lebensfragen
Friedhelm Schnieder
Albert-Schweitzer-Weg 1
51545 Waldbröl
Tel. (0 22 91) 40 68
E-Mail
beratung.hausfueralle(at)ekagger(dot)de






