Unsere Gemeinden
Nächste Sendung:
Freitag, 25. Mai: Gemeinsam gegen rechte Tendenzen - Wenn Konfirmation mehr als ein Ritus ist
Gut besuchte Podiumsdiskussion zum Thema Rechtsradikale in Oberg und was man dagegen tun...
Mediothek
Neuer Service:
Wissen welche Medien im Kirchenkreis verfügbar sind, abfragen, ob sie gerade ausgeliehen sind und vorbestellen. Das ist der neue Service, den Sie durch das Schulreferat ab sofort erhalten.
Werden Sie Mitglied, erhalten Sie einen Leserausweis und schon können Sie für kirchliche Zwecke und Unterrichtsvorbereitung Medien ausleihen.
Öffnungszeiten:
Montag - Donnertag
11.00 - 14.00 Uhr
Gustav-Adolf-Werk – das älteste Hilfswerk der Ev. Kirche
Weltweit leben evangelische Christen als Minderheiten zerstreut in entchristlichten Gesellschaften. Das Gustav-Adolf-Werk hilft, dass diese evangelischen Minderheiten ihren Glauben leben und weitergeben können. Es versucht dabei, seinem Leitvers aus Galater 6,10 nachzukommen: „Lasset uns Gutes tun an allen Menschen, besonders aber an denen, die uns im Glauben verbunden sind.“ Die Empfänger der Diasporahilfe sind mehr als 40 evangelische Kirchen in 35 Ländern Europas, Lateinamerikas und Asiens.
Der Ursprung des Werkes
Dass das vor 175 Jahren gegründete evangelische Hilfswerk in Deutschland nach dem schwedischen König Gustav II. Adolf benannt ist, mag zunächst befremden. Die Tatsache, dass dieser König auf der Seite der Protestanten in den Dreißigjährigen Krieg eingriff und 1632 in der Schlacht bei Lützen fiel, vermag ökumenisch gesinnte Christen im 21. Jahrhundert auch kaum zu überzeugen.
Dennoch hat die Entstehung des Werkes und auch sein Name eine interessante Geschichte. 1832, also im 200. Todesjahr, wurde in Leipzig die Gustav-Adolf-Stiftung ins Leben gerufen. Aus der ursprünglichen Idee, durch eine deutschlandweite Sammlung in allen evangelischen Haushalten ein protestantisches Nationaldenkmal in Lützen bei Leipzig zu errichten, entstand bald der veränderte Plan für ein „lebendiges Denkmal“: eine Stiftung zugunsten „bedrängter evangelischer Brüder in der Diaspora“. Bald war die „Evangelische Stiftung des Gustav-Adolf-Vereins“ in ganz Deutschland aktiv und wurde zu einer protestantischen Sammelbewegung, die evangelische Christen der verschiedenen protestantischen Bekenntnisse – also Reformierte, Lutheraner und Unierte – in einem Unterstützungswerk für evangelische Christen in der Diaspora verbinden wollte.

- Das Friedrich-Teutsch-Haus neben der Johanniskirche in Hermannstadt wurde mit Unterstützung des Gustav-Adolf-Werks saniert. Foto: Teutsch-Haus
Vielfältige Unterstützung
Das GAW hat von Anfang an dem Bau und dem Erhalt von kirchlichen Räumen zur Versammlung der Gemeinde sowie der Ausbildung zur Verkündigung des Evangeliums in der Diaspora seine besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Jährlich wird ein Projektkatalog mit allen Hilfsprojekten erstellt. 2007 sind es fast 200: Kirchen, Gemeindehäuser, Pfarrhäuser, Ausbildungs- und Tagungsstätten, soziale Einrichtungen, Fahrzeuge, Lehrmaterial, Stipendien und Begegnungstagungen.
Der Umfang der gesamten jährlichen Hilfe beläuft sich auf etwa drei Millionen Euro. Außer der finanziellen Unterstützung spielt die Pflege von Kontakten und der geistliche und theologische Austausch eine wichtige, vielleicht die entscheidende Rolle.
Rettung von „Kultur-Waisen“ in Hermannstadt (Sibiu)
Das GAW engagiert sich auch in Russland und Siebenbürgen, der ursprünglichen Heimat vieler evangelischer Christinnen und Christen in Oberberg. So zum Beispiel im rumänischen Sibiu (Hermannstadt), der Europäischen Kulturhauptstadt 2007, bei der Einrichtung des Begegnungs- und Kulturzentrums „Friedrich Teusch“ (siehe auch Kapitel „Siebenbürger Sachsen in Oberberg“).
In dem ehemaligen Waisenhaus neben der Johanniskirche wurde im Herbst 2003 ein Zentralarchiv der Evangelischen Kirche A. B. (Augsburgischen Bekenntnisses) eingeweiht. Hier werden Zeugnisse des jahrhundertealten evangelischen Lebens in Siebenbürgen aus mehr als 250 Gemeindearchivbeständen gesammelt, aufbereitet und erhalten. Denn nach der Massenauswanderung der Rumäniendeutschen nach der Weihnachtsrevolution von 1989 waren ganze Gemeindearchive, Bibliotheken und Registraturen einfach zurückgeblieben. Sie waren sozusagen zu Kultur-Waisen geworden. Ein Konzept zur Sicherung musste her, wenn nicht mit den Gemeindearchiven auch eine Fülle von historisch wertvollen und einzigartigen Informationsquellen und Urkunden unwiederbringlich verloren gehen sollte. Denn in der Vergangenheit waren nicht nur kircheninterne Daten in den kirchlichen Archiven gesammelt worden – die Kirchgemeindearchive waren auch Zufluchtsort vermeintlich gefährdeten Schriftguts privater, wirtschaftlicher oder geselliger Vereine oder sogar der Kommunen gewesen.
Die Arbeiten zur Rettung der wertvollen Urkunden begannen im Jahre 1990 mit der provisorischen Verpackung und protokollarischen Erfassung. Seitdem bargen einige wenige Enthusiasten auf mühsamen Fahrten kreuz und quer durch Siebenbürgen wertvolle Bestände, die ab 2000 in das ehemalige Waisenhaus in Sibiu übersiedelten.
Gegenwärtig ist Facharbeit in Sachen Archivpflege und Auswertung gefragt. Geleistet wird sie von sieben Mitarbeiterinnen aus fünf Konfessionen. Konkrete Ökumene ist nötig – und wohl auch weiterhin konkrete Unterstützung aus Mitteln des Gustav-Adolf-Werkes.
Hilfe in der Ukraine
Die Deutsche Evangelisch-Lutherische Kirche in der Ukraine (DELKU) hat eine Tradition, die bis auf die Ansiedlung deutscher Lutheraner unter Katharina der Großen zurückgeht. Die Siedler bekamen Grundstücke für Kirchenbauten zugewiesen. In der Stalinzeit wurden die Kirchen zerstört, Pfarrer ermordet, Gemeindemitglieder verschleppt. Viele kamen ums Leben.
Nach der politischen Wende konnten einige kleine überlebende Gemeinden an die Tradition anknüpfen. Einige erhielten wie in Kiew, Odessa oder auf der Krim sogar kirchliche Gebäude zurück, die lange Zeit zweckentfremdet worden waren und dringend renovierungsbedürftig sind. Die DELKU hat heute 40 Gemeinden, die von 13 Pastoren und 23 Predigern betreut werden. Die kleinen Gemeinden sind dringend auf finanzielle Hilfe angewiesen. Einen Beitrag leistet auch hier das GAW.
Vera Gast-Kellert, Vorsitzende der Frauenarbeit im GAW und Mitglied der Kirchengemeinde Gummersbach
Kontakt
Gustav-Adolf-Werk e. V.
Franz-Rendtorff-Haus
Pistorisstr. 6
04229 Leipzig
Tel. (03 41) 4 90 62-0
Gustav-Adolf-Werk im Rheinland
Kurfürstenstraße 20a
53115 Bonn
Tel. (02 28) 2 42 74 85
Spendenkonto
GAW Rheinland:
KD-Bank
BLZ 350 601 90
Konto 1 010 977 017






