Unsere Gemeinden
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Mediothek
Neuer Service:
Wissen welche Medien im Kirchenkreis verfügbar sind, abfragen, ob sie gerade ausgeliehen sind und vorbestellen. Das ist der neue Service, den Sie durch das Schulreferat ab sofort erhalten.
Werden Sie Mitglied, erhalten Sie einen Leserausweis und schon können Sie für kirchliche Zwecke und Unterrichtsvorbereitung Medien ausleihen.
Öffnungszeiten:
Montag - Donnertag
11.00 - 14.00 Uhr
Gemeindeamt
Von-Steinen-Str. 2, 51643 Gummersbach, Telefon (02261) 22133, Fax (02261) 25147, E-Mail: gummersbach@ekir, Gemeindeamt(at)ev-kirche-gm(dot)de
Pfarrer
Pfarrer Uwe Selbach, Kastanienstr. 120, 51647 Gummersbach, Telefon (02261) 52665, Fax (02261) 546873, E-Mail: uwe.selbach(at)ekir(dot)de
Pfarrer Helmut Krüger, An der Vosswiese 37, 51643 Gummersbach, Telefon (02261) 22164, Fax (02261) 921090, E-Mail: helmut.krueger(at)ekir(dot)de
Pfarrer Allan Grave, Pasteurstr. 18, 51643 Gummersbach, Telefon (02261) 28145, E-Mail: allan.grave(at)ekir(dot)de
Gummersbach ist die Kreisstadt des Oberbergischen Kreises mit über 54 000 Einwohnern. Durch die VfL-Handballmannschaft und die Firma Kienbaum Consultants International ist sie auch überregional bekannt. Die Stadt liegt im rechtsrheinischen Bergland zwischen den beiden Aggerzuflüssen Rospe im Westen und Seßmar im Osten. Knapp 10.000 Mitglieder gehören heute zur Gemeinde.
In vorrömischer Zeit war das heutige Stadtgebiet fast siedlungsleer. Seit dem 6. Jahrhundert drangen einzelne sächsische Siedler von Nordosten und fränkische Siedler von Südwesten, die womöglich schon Christen waren, in das Gebiet vor. Aber erst nach der Eingliederung des Oberbergischen in das Fränkische Reich in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts ist wohl mit einer umfassenden christlichen Missionierung zu rechnen.
Der Ortsname „Gummersbach“ ist bis heute in seiner Bedeutung nicht vollkommen geklärt. Die frühere Version „Gummeresbracht“ deutet – so die Vorsilbe „Gun(m)“ – auf den Kölner Erzbischof Gunther (850–870) hin. Das Wort „bracht“ bezeichnete früher ein abgegrenztes Gelände, das aus dem Waldgebiet zum Zweck der Rodung und Urbarmachung herausgeschnitten wurde. Gunther hat vielleicht den Auftrag erteilt, das günstige Quellmuldengebiet am Fuße des Kerbergs (Kirchberg) wirtschaftlich zu nutzen.
781 hatte Karl der Große die Anweisung gegeben, das Land der Sachsen unter die Bischöfe und Priester zu verteilen, damit sie in ihm tauften und predigten. So entstanden – wohl auch im Oberbergischen – hier und da sogenannte „capellae“, kleine Kirchen mit begrenzten Pfarr-Rechten.
Erste Kirche vor mehr als 1100 Jahren
Die heutige evangelische Kirche am Fuße des Kerbergs hat eine große Bedeutung für die gesamte Geschichte Gummersbachs. Der erste Bau der Gummersbacher Kirche ist bereits um 850 anzusetzen. Dieser Bau verfügte über die beachtliche Innenfläche von 140 m2, obwohl Gummersbach damals nur eine kleine Ansiedlung war. Vermutlich war diese Kirche als „Kantonalkirche“ für einen sehr großen Pfarrsprengel gebaut. Auch die Lage in der Mitte zwischen den Kirch- und Zehntsprengeln Ründeroth, Müllenbach, Wiedenest (mit Neustadt), Lieberhausen, Gelpe (mit Gimborn) spricht für diese Annahme.
Die erste schriftliche Erwähnung der Kirche findet sich jedoch erst in einem Steuerregister des Kölner Severinsstiftes von 1109, in dessen Besitz die Kirche damals war. St. Severin wurde auch als Schutzpatron der Gummersbacher Kirche verehrt. Ob Gummersbach auch eine Gründung des Severinsstiftes ist, wie von verschiedener Seite behauptet wird, ist nicht belegt.
Bauphasen der Innenstadtkirche
Sechs große Bau- bzw. Umbauphasen lassen sich bis heute ausmachen:
Bau I
Um 850: Karolingischer Saalbau mit eingezogenem Rechteckchor. Innenraum: 140 m2.
Bau II
Um 1050: Romanischer Saalbau mit halbrunder Apsis und vermutetem Westturm. Innenraum: nur 66 m2. Der Grund für die Verkleinerung liegt wahrscheinlich im Entstehen neuer Kirchbauten in Müllenbach, Lieberhausen und Wiedenest.
Bau III
Um 1150: Die Kirche zeigt sich als dreischiffige romanische Basilika mit Westturm, Querschiff und Ostapsiden. Innenraum: 162 m2. In diese Zeit fällt die „Abpfarrung“ (Abtrennung von Orten, die als Gemeinde selbstständig werden) von Ründeroth, Müllenbach, Wiedenest und Lieberhausen.
Bau IV
Um 1250: Die dreischiffige romanische Basilika mit Westturm, Querschiff und Ostapsiden wird durch Anbau des Querhauses nach Osten verlängert. Innenraum: 222 m2.
Bau V
Um 1450: Dreischiffige romanische Basilika mit Westturm, gotischem Querschiff und Ostchor. Durch ein vergrößertes Querschiff entsteht Platz für zusätzliche Altäre und für gotische Fenster mit Bildprogrammen. Die Kirche erhält eine bunte Ausmalung, von der leider nur noch die Deckenmalerei im Chorgewölbe erhalten ist. Innenraum: 270 m2.
Bau VI
Um 1570 zeigt sich die Kirche im Wesentlichen in ihrem heutigen Baubild mit gotischem Kreuzrippengewölbe. Das romanische Langhaus ist gotisiert. Das südliche romanische Kirchenschiff wird durch ein gotisches ersetzt. Das nördliche Kirchenschiff bleibt romanisch und ist bis heute viel niedriger. Fünf neue schmale spitzbogige Fenster werden eingebaut. Innenraum: 294 m2.
Vision vom Oberbergischen Dom
1813 wurden mit dem Einbau von drei Emporen 250 zusätzliche Sitzplätze geschaffen. Um die Vorstellung vom „Oberbergischen Dom“ zu verwirklichen, wurden 1899 im neugotischen Stil drei Türme für Treppenaufgänge zu den Emporen an die Südseite gebaut. Der Haupteingang wurde ins nördliche Seitenschiff verlegt. Der damalige Kirchmeister und Kesselfabrikbesitzer Carl Steinmüller stiftete sieben neue Kirchenfenster mit den Motiven verlorener Sohn, Kindersegnung, Kreuzigung, Luther, Melanchthon, Zwingli und Calvin.
Bei der Renovierung 1964–1967 wurden sowohl die Emporen von 1813 als auch die Anbauten im neugotischen Stil von 1899 wieder entfernt. Nur die Kirchenfenster blieben.
Die Innenausstattung
Hier ist zuerst der alte Taufstein zu nennen, der Anfang des 13. Jahrhunderts aus Siebengebirgstrachyt geschaffen wurde. Der obere Rand dieses an sich romanischen Taufsteins ist von einem gotischen Blattwerkfries umzogen und gehört nach Ansicht von Fachleuten zu den schönsten erhaltenen Taufsteinen in der Rheinprovinz.
Das Taufgehäuse
Bis 1964 stand der Taufstein in einem „Taufgehäuse“, das neben zentralen Bibelworten der Reformation die Aufschrift trägt: „Henricus Gervershagen, Vicarius et Sacellanus huius Ecclesiae 1580“.
Vikar Heinrich Gervershagen wird als der Reformator Gummersbachs angesehen, durch den die Gemeinde etwa 1570 das lutherische Bekenntnis angenommen hat. Seine Heirat mit Gertrud Berta Schorre von Berrenberg (später Bernberg) am Severinstag 1570 in der Gummersbacher Kirche war für die Gemeinde das unübersehbare Signal der reformatorischen Wende.
Bei der gründlichen Restaurierung des Gehäuses vor der Wiederaufstellung 1984 wurde von Fachleuten festgestellt, dass das Gehäuse erheblich älter als 1580 sein muss. Der Beitrag von Jürgen Woelke auf der folgenden Doppelseite liefert Ihnen dazu Hintergrundinformationen.
Altar und Kanzel
Trotz aller Versuche der Grafen von Schwarzenberg auf Schloss Gimborn, im 17. Jahrhundert die Gegenreformation durchzuführen, blieb die Gemeinde bei ihrem lutherischen Bekenntnis. Das prägte auch die weitere Gestaltung des Innenraumes der Kirche. Sakrament (Altar), Verkündigung (Kanzel) und Lobgesang (Orgel) sollten an hervorgehobener Stelle vor der Gemeinde stehen.
1721 wurden im Stil des bergischen Barock Altar und Kanzel übereinander errichtet. 1784 folgte darüber eine Orgelbühne mit dem Einbau einer bedeutenden Orgel der Gebrüder Kleine aus Freckhausen bei Wiehl. Obwohl die drei Prinzipalstücke den Chorraum verdecken, geben sie dem heutigen Innenraum der Kirche ihren besonderen Akzent.
Orgel und Altarkreuz
1983 wurde in den barocken Orgelprospekt eine neue Orgel der Firma Karl Schuke, Berlin, mit 28 Registern und 1.900 Pfeifen eingebaut, die hohen musikalischen Ansprüchen genügt.
Nachdem das schlichte Altarkreuz aus weißem Marmor, das viele Jahrzehnte auf dem Altar gestanden hatte, durch Diebstahl abhandengekommen war, wurde 1980 durch Karl Hölzl, Mitglied der Dombauhütte des Kölner Doms, ein neues Altarkreuz aus Bronze geschaffen, das auf eindrückliche Weise die Integration von Geburt, Kreuz und Weltherrschaft Jesu Christi darstellt.
Kirchenfenster
Im Hinblick auf die Ausstattung der Kirche ist noch die Schenkung eines Gummersbacher Ehepaares von 1988 zu nennen. Ein bisher in einfachem Glas erstelltes Kirchenfenster an der Südseite konnte mittels dieser Schenkung durch den Entwurf des Künstlers Hermann Gottfried aus Bergisch Gladbach zu einem wertvollen Buntglasfenster zu dem Thema „Taufe Jesu“ gestaltet werden.
Die Glocken
1574 wurde eine über zwei Tonnen schwere Glocke, die „Posaune Gottes“, gegossen und 1766 durch drei kleinere Glocken – Morgen-, Mittags- und Abendglocke – ergänzt. Die große Glocke zerbarst nach einigen Hundert Jahren und wurde 1823 durch eine ähnlich schwere, die „Sturmglocke“, ersetzt. Diese wurde jedoch im Zweiten Weltkrieg zu Rüstungszwecken eingeschmolzen.
Am 1. Pfingsttag 1979 konnte das Geläut im Gummersbacher Kirchturm wieder vervollständigt werden durch die neu gegossene „Ewigkeitsglocke“ (2.016 kg), die die Aufschrift trägt: „Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit.“ (Offenbarung 1, 17–18)
Gemeinde im Wandel
Nachdem schon im Mittelalter ehemals zum Kirchspiel Gummersbach gehörende Orte selbstständige Gemeinden geworden waren (Abpfarrungen), wurden im 19. und 20. Jahrhundert weitere Teile der Kirchengemeinde Gummersbach zu selbstständigen Kirchengemeinden: Hülsenbusch (1821), Derschlag (1890), Dieringhausen-Vollmerhausen (1890), Kotthausen (1959) und Niederseßmar (1961).
Von 1961 bis 1998 war die Kirchengemeinde Gummersbach in fünf Pfarrbezirke eingeteilt, die jeweils mit einer ganzen Pfarrstelle besetzt waren. Seit 2006 gibt es nur noch drei große Pfarrbezirke mit je einer Pfarrstelle: Bernberg, Innenstadt und Strombach-Steinenbrück. Zusätzlich zu diesen drei vollen Pfarrstellen wurde im gleichen Jahr eine halbe Pfarrstelle mit dem Schwerpunkt Seelsorge in Altenheimen und Seniorenwohnanlagen und Zurüstung des Besuchsdienstkreises eingerichtet.
Mittelpunkt der Gesamtgemeinde und Ort für die meisten gesamtgemeindlichen Veranstaltungen sind die Kirche Gummersbach mit 560 Plätzen und das Gemeindehaus Von-Steinen-Straße.
Gemeindehaus Von-Steinen-Straße
Das 1978 im Bauhausstil errichtete Gemeindehaus hat sich bis heute mit seinem festlichen Foyer, dem großen Saal mit Bühne und 350 Sitzplätzen, diversen Gruppenräumen, vor allem aber durch seine einladende und gemeinschaftsstiftende Atmosphäre bestens bewährt. Auch für übergemeindliche Aktivitäten wie etwa Kreissynoden oder Großveranstaltungen auf Kirchenkreisebene ist es sehr gefragt.
Schwerpunkt Diakonie
Schon seit vielen Jahren war es der Gemeinde wichtig, das Evangelium von Jesus Christus nicht nur mit Worten, sondern auch mit konkreten Taten zu bezeugen. So gründete sie bereits 1900 ein Fürsorgeheim, 1912 ein Ledigenheim.
Betreutes Wohnen
Im Sinne des Arbeitsschwerpunktes „Diakonie“ baute die Gemeinde nach dem Abbruch des alten Gemeindehauses von 1908 am Bornerhof 1986 eine Seniorenwohnanlage (Betreutes Wohnen). Die zentrale Lage, die praktische Aufteilung der Appartements und nicht zuletzt das südländische Flair der Architektur haben dazu geführt, dass schon seit Jahren eine lange Warteliste für die Wohnanlage besteht.
Zeitgemäßes Seniorenzentrum
1947 eröffnete die Kirchengemeinde das erste Altenheim. Von 1969 bis 1999 befand sich das Alten- und Pflegeheim, das die Gemeinde dann als Evangelische Altenhilfe mit vier umliegenden Kirchengemeinden zusammen betrieb, in der Reininghauserstraße 24. Seit 2000 besteht nun das auf dem Gelände der Gemeinde Gummersbach an die Seniorenwohnanlage angebaute Alten- und Pflegeheim und bildet zusammen mit den Seniorenwohnungen der Diakoniestation Gummersbach (für den ambulanten Pflegedienst) und dem dort ebenfalls ansässigen ökumenischen Hospizdienst ein zeitgemäßes Seniorenzentrum.
... zu suchen, was verloren ist
Mitglieder unserer Gemeinde halten seit über 40 Jahren regelmäßige monatliche Kontakte zu Menschen, die aus unserer Gesellschaft ausgegrenzt sind. In Praktizierung der in Lukas 19 beschriebenen Bemühung um „die Verlorenen“ besuchen Mitglieder der „CVJM Kontaktgruppe Siegburg“ monatlich Inhaftierte in der Justizvollzugsanstalt Siegburg und halten oft auch über die Zeit der Inhaftierung hinaus Kontakt zu ihnen. Besonders wichtig und eindrücklich waren die Gottesdienste, die unter der Beteiligung von inhaftierten Jugendlichen in unserer Gemeinde gehalten wurden. Wegen verschärfter Sicherheitsvorschriften sind sie heute nicht mehr möglich.
Der Gottesdienst
Das Evangelium von Jesus Christus, das tröstende, Mut machende und wegweisende Wort, das wir Menschen uns selbst nicht sagen können, ist das Fundament unserer Gottesdienste. Parallel zum Gottesdienst um 11 Uhr im Innenstadtbezirk findet im Gemeindehaus Von-Steinen-Straße ein inzwischen sehr gut besuchter Kindergottesdienst statt.
Bis zum Sommer 2006 fanden auch alle 14 Tage Gottesdienste in den Gemeindehäusern Steinberg und Becke statt. Sie mussten leider im Zuge eines gemeindlichen Sparprogramms aufgegeben werden.
Neben den Gottesdiensten in traditioneller Form werden regelmäßig auch Gottesdienste in anderen Formen angeboten, um das Evangelium möglichst unterschiedlichen Zielgruppen nahezubringen. Im monatlichen Lobpreis-Gottesdienst steht das Lob Gottes im Mittelpunkt. Es werden sehr viele – überwiegend neuere – Lieder gesungen. Ein Team bereitet jeden dieser Gottesdienste vor.
Kirchenmusik
Die kirchenmusikalische Arbeit, die für den Gemeindeaufbau in Gummersbach sehr wichtig ist, spielt eine große Rolle. Zur kirchenmusikalischen Arbeit gehören eine große Kinderchorarbeit, der Gospelchor, die Kantorei, der Figuralchor sowie ein Flötenkreis und der CVJM-Posaunenchor.
Angebote für alle Altersstufen
Die Gemeinde Gummersbach versucht, im großen Innenstadtbezirk durch gezielte Angebote in regelmäßigen Kreisen möglichst viele Altersgruppen in unterschiedlichen Lebenssituationen anzusprechen.
In diesem Bezirk unterhält die Gemeinde auch zwei zweigruppige Kindergärten, die das Kennenlernen des christlichen Glaubens und der Gemeinde – auch in der Arbeit mit jungen Familien – fördern sollen. Krabbelgruppe und Mutter-Kind-Kreis wenden sich an Mütter und Kinder vor dem Kindergartenalter. Dem CVJM Gummersbach, der ein eigenes Haus mit dem Schülercafé „Zip“ am Wiedenhof 32 besitzt, ist der überwiegende Teil der Kinder- und Jugendarbeit der Innenstadt übertragen. Besuchsdienstkreis, Bibelkreis, Frauenkreise und Frauenhilfen, Turn- und Gymnastikkreis für Frauen und die Seniorentanzgruppe wenden sich an Menschen verschiedener Altersgruppen bis zu den Senioren.
Pfarrbezirk Bernberg
Der Pfarrbezirk I wird seit Jahrzehnten abgekürzt „Pfarrbezirk Bernberg“ genannt, obwohl zu ihm auch die Ortschaften Erlenhagen und Hesselbach gehören und seit der Neustrukturierung 2006 auch die Ortsteile Niedernhagen, Frömmersbach, Becke, Mühlenseßmar und Nöckelseßmar. Von den zurzeit 7.200 Einwohnern gehören etwa 3.200 zur evangelischen Kirche.
Gottesdienst als Hilfe zur Integration
Wohnten vor hundert Jahren nur 500 Menschen in Großen- und Kleinenbernberg, so wuchs die Bevölkerung mit dem Zuzug der Vertriebenen stark an, die nach dem Krieg hier neue Wurzeln schlugen. Die Entwicklungsgesellschaft Gummersbach hat in den Jahren 1963 bis 1994 den Stadtteil Bernberg neu erschlossen. Im Lauf der 70er-Jahre fanden viele Übersiedler aus Siebenbürgen hier ihre neue Heimat. Seit Mitte der 80er-Jahre waren es vor allem viele Russlanddeutsche, die hier ansässig wurden.
Anbetung schon im Mittelalter
Der Gummersbacher Historiker Jürgen Woelke weist darauf hin, dass es in Bernberg schon im Mittelalter ein Kreuz und einen Heiligenstock unter der großen Linde gab – die Lindenstockstraße erinnert daran – sowie eine Kapelle am Krusenberg, wo Gelegenheit zur Andacht bestand. Sie lag am Rande der alten Fernhandelsstraße, die „von Derschlag über Mittelstebecke kommend und weiter über Erlenhagen, Lantenbach und Unnenberg nach Norden“ führte (Woelke, Alt-Gummersbach, Bd. II, S. 91).
Gemeinsame Quelle
Heute versammelt sich die Gemeinde seit 1969 jeden Sonntag um 9.30 Uhr im Evangelischen Gemeindezentrum Bernberg zum Gottesdienst. Hier, im sonntäglichen Gottesdienst, hat unser Gemeindebezirk seine gemeinsame Quelle gefunden. In familiärer Atmosphäre geben wir gemeinsam Gott die Ehre und erfahren, dass so auch ein gutes Stück Integration in diesem ansonsten disparaten großen Bezirk gelebt wird. Ein besonderer Kindergottesdienst um 11 Uhr ergänzt das Gottesdienstangebot.
Abendandacht
An jedem 2. Mittwoch im Monat ist um 19 Uhr Gelegenheit, bei einer meditativen Abendandacht den Tag mit anderen zusammen zurück in Gottes Hand zu legen.
Die große Herausforderung wird darin bestehen, auch die jüngere Generation in das Gemeindeleben mit einzubeziehen.
Vielfältige Angebote
Zusätzlich zu den Mutter-Kind-Gruppen, der Mädchen-Jungschar und der Kinder- und Jugendbücherei bietet der am 6. Oktober 2002 gegründete „CVJM Bernberg e.V.“ Angebote für Jugendliche, wobei er an die guten Erfahrungen mit der früheren CVJM-Arbeit in Bernberg anknüpfen möchte.
Alle acht bis neun Wochen werden die Geburtstagskinder ab 65 Jahren zu einem bunten Nachmittag ins Gemeindezentrum eingeladen, was immer wieder gerne angenommen wird.
Ein Hausbibelkreis, der „Mütterkreis“, die Frauenhilfe und ein Kreis, der den Basar vorbereitet, komplettieren das breit gefächerte Angebot.
Zur Geschichte des Bezirkes gehört auch die gute Zusammenarbeit mit der „Evangelische Gemeinschaft Erlenhagen“, die 2005 ihr 110-jähriges Jubiläum feierte. Sie besitzt seit 1951 ein eigenes Vereinshaus in Erlenhagen, in dem auch regelmäßig Gottesdienste und Kindergruppen stattfinden. Zur landeskirchlichen Gemeinschaft gehört auch der Posaunenchor Erlenhagen, der 2007 sein 100-jähriges Jubiläum mit einem Festkonzert beging (siehe Kasten).
Pfarrbezirk Strombach-Steinenbrück
1958 wurde in der Kirchengemeinde Gummersbach ein eigener Pfarrbezirk Strombach-Steinenbrück errichtet. Wegen der wachsenden Bevölkerung werden daraus 1960 zwei eigene Bezirke, die aber aufgrund zurückgehender Gemeindemitgliederzahlen 2006 wieder zusammengelegt werden mussten. Der Bezirk umfasst heute etwa 3.500 Gemeindemitglieder. Für die Gemeindearbeit stehen in Strombach eine Kirche und in Steinenbrück ein Gemeindehaus zur Verfügung. Am ersten, dritten und fünften Sonntag im Monat finden die Gottesdienste um 11 Uhr in Strombach, am zweiten und vierten Sonntag um 9.30 Uhr in Steinenbrück statt.
Fremde Heimat Kirche?
Der Zweite Weltkrieg, der Zusammenbruch der osteuropäischen kommunistischen Staaten und die Globalisierung haben Flüchtlinge, Vertriebene, Aussiedler und Einwanderer mit unterschiedlichen Glaubens- und Kirchenerfahrungen nach Gummersbach gebracht. In Gummersbach hat wie fast überall in der Bundesrepublik die öffentliche Bedeutung der Kirche abgenommen, der Glaube wird zunehmend als Privatsache und die traditionelle kirchliche Sprache zunehmend als fremd erfahren.
Verbindung schaffen
Die kirchliche Sozialisation findet daher zu einem großen Teil im Schulgottesdienst in Steinenbrück, im Kindergottesdienst und in den Kinder- und Jugendkreisen statt.
Da der Glaube in unterschiedlichen kulturellen Bezügen gelebt wird, ist der Bezug auf kleine, manchmal zeitlich begrenzte Gruppen und auf die einzelne Person für viele Menschen wichtig. So haben etwa Bibel-, Männer- und Frauenkreise jeweils ihre Themen und Sprache. Ihre Mitglieder nehmen auch füreinander Verantwortung wahr.
Im Pfarrbezirk III gibt es eine strukturierte Zusammenarbeit mit den örtlichen Vereinen, weil ein gemeinsames Interesse an den Menschen im Ort und Doppelmitgliedschaften Verbindungen schaffen.
Mit Hebräer 13, 8 blicken wir dankbar zurück auf eine über tausendjährige segensreiche Geschichte der Gemeinde und hoffnungsvoll nach vorn: „Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.“
Kurt Becker, Pfarrer i. R. GM-Innenstadt
Uwe Selbach, Pfarrer Bernberg
Allan Grave, Pfarrer Strombach-Steinenbrück








