Unsere Gemeinden
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Mediothek
Neuer Service:
Wissen welche Medien im Kirchenkreis verfügbar sind, abfragen, ob sie gerade ausgeliehen sind und vorbestellen. Das ist der neue Service, den Sie durch das Schulreferat ab sofort erhalten.
Werden Sie Mitglied, erhalten Sie einen Leserausweis und schon können Sie für kirchliche Zwecke und Unterrichtsvorbereitung Medien ausleihen.
Öffnungszeiten:
Montag - Donnertag
11.00 - 14.00 Uhr
Gemeindeamt
Märkische Str. 26, 51766 Engelskirchen, Telefon (02263) 928813, 901733, E-Mail: engelskirchen(at)ekir(dot)de
Pfarrer
Pfarrer Johannes Vogelbusch, Reckensteinstr. 48, 51766 Engelskirchen, Telefon (02263) 901733, Fax (02263) 901734, E-Mail: johannes(at)vogelbuschnet(dot)de
Als Mitte des 19. Jahrhunderts die Gründung der Kirchengemeinde betrieben wurde, lagen die Anfänge evangelischen Lebens in Engelskirchen schon 300 Jahre zurück. Sie nahm ihren Beginn im Zeitalter der Reformation. Die ersten Familien wurden evangelisch, als 1542 Erzbischof Kurfürst Hermann von Wied im Erzbistum Köln die Reformation einführte und Herzog Wilhelm der Reiche in seinem Herzogtum Berg das reformatorische Bekenntnis duldete. Diese Evangelischen schlossen sich Ründeroth an, das damals bereits ganz zum neuen Glauben überging.
Seit dieser Zeit gab es ständig evangelische Familien in Engelskirchen. Ihre Zahl geht aus Archivunterlagen und Visitationsberichten hervor. Sie schwankt um etwa 200 Mitglieder. So wurden beispielsweise 1755 23 calvinische und 9 lutherische Familien gezählt; im Jahre 1806 waren es 132 Reformierte und 72 Lutheraner.

- Die denkmalgeschützte Christuskirche, das Pastorat rechts neben ihr sowie die Alte Schule (nicht im Bild)
Früher Sponsor
Seit 1861 ist die Gemeindegründung in Angriff genommen worden, und in wenigen Jahren wurde seitdem Großes geleistet. Diese Ereignisse sind untrennbar mit dem Namen der Familie Engels verbunden. Im Jahr 1837 errichtete Friedrich Engels seine Baumwollspinnerei in Engelskirchen. Er verlagerte den Betrieb von Barmen ins Aggertal. Sein Sohn Friedrich Engels wurde weltweit als Philosoph und Gesellschaftskritiker bekannt, der mit Karl Marx das Kommunistische Manifest publizierte. Bei seinem Tod im Jahr 1860 stiftete Friedrich Engels 2500 Taler zur Gründung einer selbstständigen Gemeinde. Friedrich Engels und seine Nachfolger nahmen sich der Belange der Gemeinde in weitschauender Weise und mit aller Tatkraft an, nicht zuletzt auch immer wieder mit bedeutender finanzieller Hilfe.
Am 11. Februar 1862 versammeln sich die evangelischen Engelskirchener an der Pferdepost. Sie holen dort den Pfarrvikar Josephson ab und geleiten ihn zum Speisesaal der Fabrik von Ermen & Engels. Dort findet der erste evangelische Gottesdienst statt. Dieser Tag gilt als Gründungsdatum der Kirchengemeinde, auch wenn die rechtliche Verselbstständigung der Kirchengemeinde erst zum 1. Januar 1868 stattfand.
Eine Woche nach dem ersten Gottesdienst nahm die evangelische Privatschule Engelskirchen mit dem Lehrer Friedrich Schultheiß und 34 Schülerinnen und Schülern ihre Tätigkeit auf. Bereits am 10. November 1867 kann die Kirche eingeweiht werden. 1868 wird das neue Schulgebäude bezogen. Auch das Pfarrhaus ist bereits fertiggestellt.
Klein, aber rege
Bis zum Ende des 2. Weltkriegs ist die Zahl der Evangelischen nie über 350 Gemeindeglieder gestiegen. Dennoch entfaltet sich schon früh reges Gemeindeleben. 1878 wird der Kirchenchor gegründet. Zur ersten Versammlung erscheinen über hundert Gemeindeglieder. Der durchschnittliche Gottesdienstbesuch liegt in den 70er-Jahren bei 75 bis 80 Erwachsenen. Dazu kommen an jedem Sonntag 40 bis 45 Kinder zum Kindergottesdienst.
Eine Zeit des planvollen und fruchtbaren Gemeindeaufbaus ist die Amtszeit von Pfarrer Hermann Klingholz. Er kommt 1886 als Hilfsprediger aus Homberg am Rhein nach Engelskirchen und bleibt fast 40 Jahre, bis er 1925 in den Ruhestand verabschiedet wird. Die Pfarrstelle wird mit Pfarrer Müller vom Hagen wieder besetzt. Nach dessen Pensionierung im Jahr 1936 tun Vikare den Dienst in der Kirchengemeinde.
Der Erste Weltkrieg wirft seine Schatten auch über Engelskirchen. Nach seinem Ende setzt die Gemeinde unter den neuen Verhältnissen energisch ihre Belange durch, unter anderem auch in Fragen der evangelischen Volksschule und des Religionsunterrichtes. In den schweren Jahren der Wirtschaftskrise bewährt sich der Glaube, der in der Liebe nicht am Mitmenschen vorübergeht.
Flüchtlingsstrom und Aufschwung
Der Zweite Weltkrieg trifft mit all seinen Belastungen auch die Gemeinde. Im März 1945 wird der Ort durch Fliegerangriffe fast dem Boden gleichgemacht. Die Gebäude der Kirchengemeinde sind nicht betroffen. Nach dem Kriegsende gilt es, der großen Not entgegenzusteuern und helfend einzugreifen. Bei aller persönlichen Belastung finden sich viele Gemeindeglieder, die nicht müde werden zu helfen, wo immer es notwendig ist. Dazu kommt der Flüchtlingsstrom, der die Gemeinde bis Mitte der 50er-Jahre auf 1500 Gemeindeglieder anwachsen lässt.
Die wirtschaftlichen Verhältnisse entwickeln sich positiv. So können die Kirche und das Pfarrhaus instandgesetzt werden, es wird 1953 ein Jugendheim errichtet, da die vorhandenen Räume nicht mehr ausreichen. Im Raum Loope entsteht mit der Zeit ein neuer Gemeindeteil. Auch hier wird 1961 ein Jugendheim errichtet, in dem die Gemeinde zum Gottesdienst zusammenkommt. Eine 1961 eingestellte Gemeindehelferin bietet in Engelskirchen und Loope Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche an.
Nach dem 100-jährigen Jubiläum im Jahr 1962 widmet sich die Kirchengemeinde zusammen mit dem Kirchenkreis der Gründung eines evangelischen Gymnasiums in Engelskirchen. Am 23. April 1965 wird der Schulbetrieb mit 150 Schülerinnen und Schülern aufgenommen. Das starke Wachstum des Gymnasiums überfordert jedoch die finanziellen Möglichkeiten des kirchlichen Trägers. So geht das Gymnasium zum 1. März 1973 in die Trägerschaft der Kommunalgemeinde Engelskirchen über.
Die folgenden Jahre sind dadurch gekennzeichnet, dass die Gemeinde ihre Kirche renovieren muss. Außerdem erweist sich das Jugendheim als zu klein für die Durchführung von größeren Veranstaltungen. So wird mit der Hilfe des Kirchenkreises ein neues Gemeindehaus gebaut. Pfarrer Bender kann zum Abschluss seiner 30-jährigen Amtszeit noch die Einweihung feiern. Anfang 1983 geht er in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird Pfarrer Helmut Ospelkaus.
Die Gemeinde wächst in den Folgejahren stark durch die Erschließung von Neubaugebieten. Die Gemeindegliederzahl liegt bei 2300. Die große Zahl kleiner Kinder lässt das Presbyterium an die Gründung eines evangelischen Kindergartens denken. Im Jahr 1989 kann der Kindergarten seine Arbeit aufnehmen. Da er in den Räumen des Jugendheims in Loope untergebracht wird, wird mit Hilfe des Kirchenkreises ein neues schönes Gemeindehaus errichtet für Gottesdienste und Gemeindeveranstaltungen. Im Herbst 1991 kann die Einweihung gefeiert werden.
Fruchtbare Partnerschaft
Seit 1993 besteht eine Partnerschaft mit der Gemeinde Wanstead in London. Die Gemeinde gehört zur „United Reformed Church“. Seit Aufnahme der Partnerschaft finden wechselseitige Gemeindebesuche statt. Die Woche nach Ostern steht jedes Jahr im Zeichen der Begegnung. Aber auch außerhalb der organisierten Begegnung finden mittlerweile zahlreiche Begegnungen in Wanstead oder Engelskirchen statt. Eine gemeinsame Freizeit im Riesengebirge wurde im Jahr 2005 durchgeführt. Hier kam es auch zu fruchtbaren Begegnungen mit tschechischen evangelischen Christen. Die Besuche in Wanstead sind für die Gemeinde in Engelskirchen mit vielfältigen Lernerfahrungen verbunden. Ein Kirchensteuersystem ist in der United Reformed Church unbekannt. Die Gemeinde lebt von den Beiträgen ihrer Mitglieder und dem Erlös von Projekten. Diese Erfahrungen haben die Gemeinde ermutigt, eigene Schritte zu tun, um das Finanzaufkommen der Gemeinde zu verbessern.
Förderverein und Stiftung – neue Finanzierungswege
Bereits im Jahr 1998 macht sich das Presbyterium Gedanken über die finanzielle Zukunft der Gemeinde. So kommt es im Juni des Jahres zur Gründung des Fördervereins „Lebendige Gemeinde“, der in den Jahren seines Bestehens schon sehr viele Projekte für die Gemeinde finanziert hat. Über 100 Mitglieder engagieren sich mittlerweile in ihm und treiben so verschiedene Projekte voran, die mit Kirchensteuermitteln allein nicht mehr durchzuführen wären. Das bedeutendste Vorhaben ist die Errichtung des behindertengerechten Zugangs zur Christuskirche. Die Kosten betragen 45 000 Euro.
Im Jahr 2003 wird die „Denkmalstiftung Christuskirche“ gegründet (siehe Kasten). Im Jahr 2006 kommt noch die Errichtung der Stiftung „Hören und Handeln“ dazu. Diese Stiftung fördert durch ihre Zinserträge den Gemeindeaufbau in Engelskirchen.
Neues und Ungewohntes
Dass über allem Planen und Bauen die Gemeindearbeit nicht zu kurz kommen muss, hängt damit zusammen, dass Walter Liersam, der Kirchmeister, sich unermüdlich einsetzt und sehr viele Aufgaben erledigt. Als er im Jahr 2000 sein Amt aus Altersgründen niederlegt, dankt ihm die Gemeinde herzlich für sein ehrenamtliches Engagement.
Die Gemeinde freut sich, dass die Gottesdienste in Engelskirchen und Loope gut besucht sind. Bläserchor und Gospelchor gestalten musikalisch Gottesdienste und Gemeindeveranstaltungen. Im Bereich der Altenarbeit werden neue Wege beschritten. Eine ganze Reihe von Kunstausstellungen findet statt.
Die ökumenische Arbeit wird durch den Ökumenerat gefördert, in dem Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde wie der katholischen Pfarrgemeinden zusammenarbeiten. Seit einer Reihe von Jahren veranstaltet der Ökumenerat den äußerst positiv aufgenommenen Neujahrsempfang. Dafür können immer wieder bedeutende Referenten aus Theologie und Kirche gewonnen werden.
Die Kirchengemeinde freut sich über alles, was gelungen ist, und auch auf das, was zu tun ist. Die Erfahrung, dass Gott Kraft zu Neuem und Ungewohntem gibt, lässt uns hoffnungsvoll in die Zukunft schauen.
Helmut Ospelkaus, Pfarrer






