Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Samstag, 25. Mai 2013:
Losungstext:
Der HERR hat Zion mit Recht und Gerechtigkeit erfüllt. Und du wirst sichere Zeiten haben: Reichtum an Heil, Weisheit und Klugheit.
Jesaja 33,5-6
Lehrtext:
Von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade.
Johannes 1,16

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Mediothek

Neuer Service:
Wissen welche Medien im Kirchenkreis verfügbar sind, abfragen, ob sie gerade ausgeliehen sind und vorbestellen. Das ist der neue Service, den Sie durch das Schulreferat ab sofort erhalten.

Werden Sie Mitglied, erhalten Sie einen Leserausweis und schon können Sie für kirchliche Zwecke und Unterrichtsvorbereitung Medien ausleihen.

Öffnungszeiten:
Montag - Donnertag
11.00 - 14.00 Uhr

Online Zugriff

Gemeindeamt

Barbarossastr. 14, 51580 Reichshof, Telefon (02265) 205, Fax (02265) 9899025, E-Mail: eckenhagen(at)ekir(dot)de

 

Pfarrer

Pfarrer Martin Will, Barbarossastr. 14, 51580 Reichshof, Telefon (02265) 7214, E-Mail: martin.will(at)ekir(dot)de

 

Die Kirche mit ihren 600 Sitzplätzen ist eine der größten Dorfkirchen in der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Wer die Kirche besichtigen möchte oder kommt, um zu beten und Ruhe zu finden, sollte wissen, dass die Barock­kirche Ecken­hagen verlässliche Öffnungszeiten hat: Sie ist täglich von 9 bis 18 Uhr (Winter­zeit: bis 16 Uhr) geöffnet. Foto: Frank-Michael Rommert

 

Begeistert erzählen ältere Gemeindeglieder noch, wie sie früher zu Fuß zur Christmette nach Eckenhagen gegangen sind. Bei Schnee und Eis brachen die Familien aus den entlegensten Dörfern und Höfen der flächenmäßig großen Gemeinde schon um 4 Uhr am Morgen auf, um noch einen Sitzplatz in der großen Barockkirche zu finden


Armes Haferspanien
Zu Weihnachten sahen viele Kinder auch ihre Väter nach längerer Zeit wieder. Denn die waren erst an Heiligabend von ihrer Arbeit als Pflasterer aus Wuppertal und dem Ruhrgebiet zurückgekehrt. Während ihrer Abwesenheit mussten ihre Frauen die schwere Knochenarbeit in der Nebenerwerbslandwirtschaft verrichten. Der karge Boden reichte nicht zum Lebensunterhalt aus. Aus dem Jahr 1740 wird berichtet, dass Roggen und Weizen selten angebaut wurden, man musste mit Haferbrot vorlieb nehmen. Daher hat sich die Bezeichnung „Haferspanien“ eingebürgert. Zu einer Industrialisierung wie im Aggertal war es in späterer Zeit im Eckenhagener Gebiet nicht gekommen.

Ein wenig Wehmut schwingt bei denen mit, deren Dörfer der Wiehltalsperre weichen mussten. Sie beschreibt heute die südliche Grenze der Pfarrei. Westlich grenzt die Gemeinde an Gummersbach-Derschlag, im Norden an Bergneustadt, im Osten an die Kirchengemeinde Heidberg, im Nordosten beginnt bereits das westfälische Sauerland und damit die Evangelische Kirche von Westfalen.

Heidberg und Drespe wurden zu Anfang des 20. Jahrhunderts als eigenständige Gemeinden in die Unabhängigkeit von der Eckenhagener Muttergemeinde entlassen. Diesem Schritt ging ein zähes Ringen voraus, das etwa im Blick auf die so genannten zehn Aggerhöfe der heutigen Kirchengemeinde Drespe zu skurrilen Zwischenfällen führte. So wird berichtet, dass die Eckenhagener bereits im Jahr 1765 den Separationsbestrebungen mit staatlicher Hilfe Einhalt geboten: Unter dem Vorwurf, die in Dorn lebenden Gemeindemitglieder wollten sich von Eckenhagen unabhängig machen, wurde der Predigtstuhl aus dem Schul- und Kapellenhaus von Dorn weggeschafft. So mussten die Menschen aus Dorn und Drespe noch lange Zeit einen Weg von bis zu zwei Stunden zur Kirche auf sich nehmen.
Vor diesen Neugründungen hatte Eckenhagen zwei Pfarrstellen, denen die Pfarrgüter Wiedenhof und Konradshof zugewiesen waren. Der Richtung Blockhaus liegende Konradshof befindet sich heute noch im Besitz der Kirchengemeinde. Er wurde in den 1980er Jahren als Jugendzentrum konzipiert und ausgebaut. Dort kommen Jugendliche zur Jungschar und zum Teenietreff sowie zu weiteren Angeboten zusammen; der Jugendgottesdienstkreis bereitet Jugendgottesdienste vor. Auch die offene Jugendarbeit findet hier statt.

Die Zahl der Gemeindemitglieder beträgt fast dreitausend, die in 35 Ortschaften wohnen, die zur  Kommunalgemeinde Reichshof gehören.

Große Opfer für den Kirchbau
Die Anfänge der Kirche reichen bis ins 10./11. Jahrhundert zurück. Der romanische Westturm stammt aus dem 11.Jahrhundert. Im Jahr 1764 wurde das Langhaus abgebrochen und ein Neubau errichtet, der aber bereits 13 Jahre später bei einem Großbrand zerstört wurde. Bei diesem Brand wurden auch 47 Wohnhäuser und das Schulgebäude vernichtet. Bis zum Jahr 1795 erfolgte unter großen finanziellen Opfern der Bevölkerung der Wiederaufbau. Es entstand eine Saalkirche mit umlaufender Empore, die im spätbarocken Stil reich verziert gestaltet ist. Ins Auge fällt der für das Oberbergische typische „Prinzipal­aufbau“ von Altar (1781), Kanzel (1781) und Orgel (1794), die übereinander liegen. Gegenüber mahnt die Wanduhr (1795) die Gottesdienstteilnehmer an die eigene Vergänglichkeit und den Prediger daran, nicht länger als die im Barock üblichen zwei bis drei Stunden zu predigen.


Sponsoren für die Orgel
Die von Christian Kleine aus Freckhausen erbaute Orgel ist mit ihren 32 Registern eine der größten noch bespielbaren denkmalgeschützten Orgeln im Nordrheingebiet. Die Barockorgelinitiative Eckenhagen hat es sich zur Aufgabe gemacht, Sponsoren zur Rettung dieser historisch wertvollen Orgel zu finden. 2005 wurde die Orgel komplett ausgebaut, um bis Ende 2007 fachgerecht nach noch vorhandenen Originalbauplänen restauriert zu werden.


Viel genutzte alte Kapelle
In Sinspert befindet sich die zweite Predigtstätte mit der altehrwürdigen Kapelle aus dem Mittelalter, die als katholische Kapelle Maria Magdalena geweiht war.

Gemeindegottesdienste in der Kapelle werden am zweiten Samstag im Monat und am vierten Sonntag im Monat sowie an den Festtagen gefeiert. Sie wird auch gerne genutzt für Trauungen und für die Jugendgottesdienste „Moment mal“, die mehrmals im Jahr an einem Sonntagabend um 19 Uhr durchgeführt werden. Darüber hinaus ist die Kapelle, in deren unmittelbarer Nähe der Sinsperter Friedhof liegt, auch ein Ort zum Abschied nehmen. Für viele Menschen, die hier als Kind getauft oder auch getraut worden sind, wird nach ihrem Tod in der Kapelle der Trauergottesdienst gefeiert.

Die Kapelle in Sinspert liegt an einem alten Pilgerweg und dient bis in unsere Zeit noch als Wegstation für Pilger. Foto: Frank-Michael Rommert

 

Kontaktpunkt Gemeindehaus
Das Gemeindehaus, Mitte der 1960er-Jahre erbaut, befindet sich näher an der katholischen als an der evangelischen Kirche, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Ev. Alten- und Pflegeheim Ragoczy-Stift. Das Gemeindehaus ist Treffpunkt für die meisten Gemeindeveranstaltungen und Gruppenangebote, wie Katechumenenunterricht, Posaunenchor und Kantorei, Frauentreff und Frauen­hilfe, Kindergottesdienst und weitere Veranstaltungen. Am häufigsten wird das Gemeindehaus von den Spielgruppen genutzt. Zurzeit bestehen sechs Gruppen an fünf Tagen. Die Spielgruppenkinder stören sich nicht an dem aus der Mode gekommenen Flachbau, sie lieben den langen Flur für die Fahrten auf dem Rutschauto, und die Mütter schätzen die seit 12 Jahren bestehende Möglichkeit, dass ihr Kind mit Gleichaltrigen zusammen kommen kann. Auch werden dort viele Kontakte geknüpft, Freundschaften entstehen, eine Verbindung zur eigenen Kirchengemeinde kann wachsen. Dazu dienen auch die Spielgruppengottesdienste.


Kirche entdecken
Sehr beliebt sind Ferienspaßaktio­nen für Kinder, die von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen angeboten werden. Neben den üblichen Gottesdiensten mit den Schulen in Eckenhagen, der Gemeinschaftsgrundschule und der Gesamtschule besteht für Grundschulkinder mehrmals im Jahr die Möglichkeit, die Barockkirche zu erkunden und thematische Gesichtspunkte der Architektur und Innenausstattung zu entdecken. Die Mutigen unter den Kindern können den Kirchturm besteigen. Dort nisten jedes Jahr Turmfalken, und wenn die Kinder Glück haben, können sie die Jungen in einer Mauernische beobachten.

Neben dem Gemeindehaus dient der Pfarrhaus-Anbau für einige Angebote wie den Besuchsdienstkreis, den Konfirmandenunterricht, für Sitzungen sowie als Gemeindebüro.
Eine feste Einrichtung ist auch der Aggerbergkreis, der in den 1990er- Jahren zur besseren Integration von und zur Verständigung mit Aussiedlern aus den Gebieten der ehemaligen Sowjetunion in einem Neubaugebiet gegründet wurde.

Inzwischen legen wohl die wenigsten Gottesdienstbesucher an Weih­nachten einen langen Fußweg zurück, wohl noch seltener wird viel Schnee liegen. Doch die Christmette hat nach wie vor für viele Menschen einen besonderen Reiz, nicht zuletzt, weil der Evangelische Posaunenchor Eckenhagen diesen Gottesdienst musikalisch gestaltet. An Heiligabend können Eltern mit ihren meist vor Aufregung zappeligen Kindern einen Familiengottesdienst besuchen, ein traditionellerer Gottesdienst wird zwei Stunden später als Christvesper mit der Kantorei gefeiert.


Grund zum Feiern
2008 feiern der Kirchenchor und der Posaunenchor ihr einhundertstes Jubiläum, zwei Gemeindegruppen, die bis heute mit ihrer Musik und über die Musik hinaus für das Gemeindeleben einen wichtigen Dienst leisten. Ebenfalls wird das vierhundertste Jubiläum der Einführung der Reformation in Eckenhagen im Jahr 2008 begangen. Darüber hinaus wird ein besonderer Höhepunkt die Einweihung der historischen Barockorgel sein, die dann fachgerecht restauriert in vollem Klang wieder zur Ehre Gottes erklingen wird.

Martin Will, Pfarrer